2014: Anzahl starker Erdbeben nähert sich Allzeitrekord – Minimum bei Opferzahl

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Eine neue Studie von Forschern des United States Geological Survey (USGS), die Ende Juni veröffentlicht wurde, belegt, dass es im Jahr 2014 weit mehr schwere Erdbeben gab, als es im Durchschnitt zu erwarten wäre. Demnach gibt es im Durchschnitt seit 1979 etwa 10 Erdbeben über Magnitude 7 pro Jahr. Allein in der ersten Hälfte des Jahres gab es 9 solcher Erdbeben, die meisten im April. 34 Erdbeben erreichten Magnitude 6.5 oder mehr, und 90 Beben Magnitude 6.0. Ebenfalls überdurchschnittliche Werte. Damit gehört das erste Halbjahr 2014 zu denen mit den meisten Erdbeben seit Beginn der Aufzeichnungen.

Als Grund für die vielen Erdbeben dieses Jahr werden statistische Schwankungen angesehen. Zwar gibt es einen durchschnittlichen Wert, um den die normale Aktivität schwankt. Ausreißer nach oben seien aber genauso möglich, wie Ausreißer nach unten, also Jahre mit ungewöhnlich niedriger Erdbebenaktivität.

Ein Zusammenhang zwischen all den Beben konnten Forscher nicht finden. Zwar gibt es seit längerem die Theorie, dass ein schweres Erdbeben ein anderes irgendwo auf der Welt auslösen kann. Trotzdem gelang es aktuell nicht, einen Beleg zu finden.
Dass ein schweres Erdbeben an verschiedenen Orten der Welt zu schwarmartig auftretende kleine Erdbeben auslösen kann, ist seit langem bekannt.

Trotz der außergewöhnlich hohen Anzahl an Erdbeben ist deren Auswirkungen auf die Gesellschaft im Jahr 2014 bisher extrem niedrig. „Nur“ 22 Menschen sind nach unseren Informationen im Jahr 2014 bisher infolge von Erdbeben ums Leben gekommen. Knapp die Hälfte von ihnen starb an Herzinfarkten o.ä., und somit nicht an den direkten Auswirkungen des Erdbebens (Einstürzende Gebäude, Tsunamis, etc). Dies ist der niedrigste Wert seit 21 Jahren.
Es gab 194 Schadenbeben im ersten Halbjahr 2014 (Durchschnittlich: Magnitude 4.8). Diese forderten neben Todesopfern mindestens 1266 Verletzte. Insgesamt 57 Länder waren betroffen. Die meisten Schadenbeben gab es in China (24), den USA (18), dem Iran (17), Indonesien (10) und Peru (9).

In Europa gab es Schadenbeben vor allem in der Türkei (6), in Griechenland (4), in Deutschland (4), in Frankreich (3) und in Tschechien (2). Dabei gab es 354 Verletzte (Griechenland, Türkei und Bosnien-Herzegowina).
Erdbebentote gab es in Chile (9), Indien (4), Nicaragua, Papua-Neuguinea, Pakistan (je 2), Iran, Salomonen und Thailand (je 1). 11 weitere Tote gab es bei Grubenunglücken in Südafrika und Kanada, die mit Erdbeben in Verbindung gebracht wurden.
In 21 Ländern wurden Menschen bei Erdbeben verletzt.

10 #Tsunamis wurden im Pazifik registriert. Allesamt von schweren Erdbeben (M 6.5 bis 8.2) ausgelöst. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 12 Tsunamis (M 5.8 bis 8.0), davon 4 im Atlantik und 1 im Indischen Ozean.
Besonders unglücklich ist die USA, wo im gesamten (!) Jahr 2013 nur 14 Schadenbeben in 7 Bundesstaaten registriert wurden. 8 Bundesstaaten und Puerto Rico waren 2014 bereits betroffen. Auffällig stark waren diese Erdbeben (Durchschnittlich M 4.3) im Vergleich zum vergangenen Jahr (Durchschnittlich M 4,2) allerdings nicht.
Dafür sind China, Indien, Italien und Spanien im Vergleich zum gesamten Vorjahr (61 | 21 | 14 | 8 Beben) relativ wenig betroffen.
2013 gab es insgesamt 383 Schadenbeben.

Grund dafür, dass die Erdbeben in Jahr 2014 wenige Menschen töten, ist die in vielen Fällen glückliche Lage der Epizentren. Meist lagen diese vor der Küste von überwiegend dünn (oder garnicht) besiedelten Regionen, oder sie fanden zu Tageszeiten statt, wo weniger Menschen in den Gefahrenzonen (einstürzende Häuser) waren.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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