Drei starke Erdbeben im Südwesten des Iran – Mindestens 415 Verletzte und schwere Schäden

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Im Südwesten des Iran ereignete sich um 4.32 Uhr MESZ ein starkes Erdbeben. DieNationale Erdbebenbehörde gibt das Beben mit Magnitude 6.1 an. Es ereignete sich in 10 km Tiefe. Das Epizentrum lag in der iranischen Provinz Ilam, etwa 40 km von der Grenze zum Irak entfernt. Auch die Nachbarprovinzen Khuzestan und Lorestan waren vom Erdbeben betroffen.

Ersten Meldungen zufolge kam es nahe des Epizentrums zum Zusammenbruch von Wasser- und Stromversorgung, sowie der Telekommunikationsnetze. Rettungskräfte des Roten Halbmondes sind unterwegs. In mehreren Städten soll es Gebäudeschäden, teils größeren Ausmaßes, gegeben haben. Mindestens 6 Personen wurden verletzt in Krankenhäuser eingeliefert. Im nahe gelgenen Dorf Mormori sollen 50% aller Gebäude beschädigt worden sein.

Bereits gestern trafen zwei Vorbeben mit Magnitude 4.6 und 4.9 die Region Ilam.

Es wurden bereits 8 Nachbeben über Magnitude 4 verzeichnet. Das bisher stärkste Nachbeben mit Magnitude 5.0 ereignete sich um 6.20 Uhr MESZ.

Update 06.47 Uhr
Die Zahl der Verletzten ist auf mindestens 50 gestiegen. Einige Häuser wurden vom Erdbeben komplett zerstört. Behörden gehen davon aus, dass es Todesopfer gab. Neben Nahrngsmitteln und anderen Hilfsgütern wurde auch Medizinisches Personal in die Epizentralregion entsandt, um lokale Krankenhäuser bei der Versorgung der Opfer zu entlasten.

Update 07.06 Uhr
In mindestens 8 Dörfern nahe des Epizentrums gab es schwere Schäden, nach Angaben der Behörden. Wie viele Gebäude zerstört wurden, ist noch nicht klar.

Update 07.13 Uhr
Von den bisher bestätigten 51 Verletzten sind 3 in einem sehr ernsten Zustand. Insgesamt 25 Verletzte wurden in Krankenhäuser übertragen, die übrigen werden ambulant behandelt.

Update 07.18 Uhr
Die andauernden Nachbeben, bisher gab es 22 spürbare, stellen eine weitere Gefahr dar. Starke Nachbeben über Magnitude 5 können bisher verschonte Gebäude schwer beschädigen.Kleinere können bereits beschädigte Gebäude zum Einsturz bringen. Es wird berichtet, dass dies bereits geschehen ist. Meldungen, wonach eine Person bei einem Nachbeben ums Leben kam, wurden bisher nicht bestätigt.

Update 07.29 Uhr
60 Verletzte wurden bestätigt. Noch immer gibt es keine (bestätigten) Meldungen über Todesopfer.

Theoretische Berechnungen der Schadens- und Opferzahlen dieses Erdbebens gehen von zwei bis dreistelligen Opferzahlen aus. Nicht mit in die Kalkulation eingeflossen sind offenbar die beiden Vorbeben. Die meisten Menschen haben wegen dieser (und möglicherweise verursachter Schäden, Informationen dazu liegen uns leider nicht vor) die vergangene Erdbebennacht im Freien verbracht und waren somit nicht im Gefahrenbereich, als die Häuser einstürzten.

Update 07.32 Uhr
Um 07.26 Uhr ein neues, starkes Erdbeben. Geofon gibt vorläufig Magnitude 5.7 an. Solch starke (Nach-)Beben stellen eine ernste Gefahr für Opfer und Rettungskräfte dar. USGS nennt Magnitude 6.0

Update 07.42 Uhr
Die iranischen Behörden geben das zweite Erdbeben mit Magnitude 6.0 an. Die Tiefe lag bei 12 Kilometern. Erdbeben dieser Stärke sind immer noch stark genug um Häuser zum Einsturz zu bringen.

Update 08.26 Uhr
Unabhängig vom Nachbeben ist die Zahl der Verletzten auf 61 gestiegen. Immer mehr Hilfsgüter werden von den Behörden bereitgestellt, vor allem Trinkwasser. Hohe Temperaturen (bis zu 50° werden für heute erwartet) und ein Zusammenbruch der Wasserversorgung gefährden die Erdbebenopfer.

Update 08.35 Uhr
Die Zahl der Verletzten ist nun auf 70 gestiegen. Unterdessen gab es weitere kleine Nachbeben.

Rettungskräfte haben bereits erste Straßen freigeräumt, die nach dem Erdbeben durch Erdrutsche verschüttet wurden. Somit können Dörfer erreicht werden, aus denen es bisher keine Informationen gab und in denen noch keine Hilfsmaßnahmen eingeleitet wurden.

Update 08.46 Uhr
80 Verletzte wurden von den Behörden bestätigt. 30 von ihnen sollen sich noch in Krankenhäusern befinden, 16 weitere wurden bereits entlassen. 2 Personen schweben in Lebensgefahr. Dabei handelt es sich um einen Mann mit einem Bruch in der Halswirbelsäule und eine Frau mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma.

Update 09.08 Uhr
Erste Meldungen aus der Stadt Dehloran ergeben, dass dort 35% aller Gebäude beschädigt wurden.

Insgesamt hat sich die Zahl der Verletzten auf 97 erhöht, wovon 40 in Krankenhäusern behandelt werden.
Mehr als 80 spürbare Nachbeben wurden bereits aufgezeichnet.

Update 10.36 Uhr
Während die Nachbeben andauern, konnten sich Rettungskräfte einen groben Überblick über die Verwüstungen machen. Insgesamt sind mindestens 2700 Haushalte beim Erdbeben beschädigt, bzw. zerstört worden. Die betroffenen Menschen wurden in Zelten untergebracht.

260 Menschen wurden verletzt, 140 von ihnen werden noch in Krankenhäusern behandelt. 13 Personen wurden schwer verletzt.

Update 13.58 Uhr
Nächstes starkes Erdbeben! Nach Angaben von Geofon trat dieses im 13.52 Uhr ein und hatte Magnitude 5.7. Um 13.06 Uhr und 13.23 Uhr gab es bereits Erdbeben der Stärke 4.8 und 5.0.

Es wurde bekannt, dass mindestens 10000 Häuser durch die andauernden Erdbeben beschädigt wurden.

Update 20.16 Uhr
Iran kommt nicht zur Ruhe. Ein viertes Erdbeben mit nahezu Magnitude 6 ereignete sich am Abend um 20.08 Uhr. Geofon gibt vorläufig Magnitude 5.8 an. USGS nennt Magnitude 5.7.

Die Erdbebenbehörde des Irans hat sich auf Magnitude 5.8 und 10 Kilometern Tiefe festgelegt

Insgesamt wurde die Zahl der Verletzten am Abend auf 317 erhöht. Dabei ist es unklar ob eines der „Nachbeben“ auch Verletzte verursacht hat. Sicher ist nur: Durch Haupt- und die „Nachbeben“ sind die meisten Gebäude in der Epizentralregion eingestürzt.

Update 09.40, 20. August
Insgesamt wurden 415 Menschen verletzt und 17.000 Häuser beschädigt

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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