Leichte Gebäudeschäden nach Erdbeben in Schweden – Spürbar in Stockholm und Oslo –

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Ein für Skandinavien extrem ungewöhnliches und starkes Erdbeben traf um 15.08 Uhr Mittelschweden. Nach ersten Angaben von Geofon hatte es Magnitude 4.7. Das Epizentrum lag etwa 300 Kilometer nordwestlich von Stockholm. Schwedische Behörden (Universität Uppsala) gehen knapp unter Magnitude 5 aus. Details wurden noch nicht ermittelt.

Da das Epizentrum in einer dünn besiedelten Region des Landes lag, rechnen wir nicht mit nennenswerten Schäden. Es war jedoch in vielen Teilen des Landes (hauptsächlich im zentralen Teil), sowie im Nachbarland Norwegen deutlich spürbar. Unter anderem gibt es Meldungen aus Trondheim.Einzelne Zeugen aus Stockholm, Oslo und Tallinn (Estland) haben ebenfalls Spürbarkeit gemeldet (laut EMSC).
Besonders in der norwegischen Region Hedmark riefen viele besorgte Bürger bei Polizei und Feuerwehr an, offenbar verängstigt durch das Erdbeben. Meldungen über Schäden gibt es aber keine.

Zuletzt hat es im Januar 1497 ein solch starkes Erdbeben in Schweden gegeben. Damals lag das Epizentrum nahe der Stadt Örebro, es wird auf Magnitude 5.1 geschätzt. Mehrere kleinere Erdbeben mit etwa M 4.0 hat es im 19. Jahrhundert gegeben.

In den vergangenen Jahren hat es mehrfach kleinere Erdbeben zwischen M 4.0 und 4.5 im Süden von Schweden gegeben. Diese waren teilweise noch auf Rügen und dem Festland von Mecklenburg-Vorpommern spürbar.

Über die Ursache von Erdbeben in Schweden gibt es noch keine einheitliche Erklärung. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass die meisten Erdbeben noch „Nachwehen“ der Eiszeit sind. Durch das Abschmelzen der Gletscher kam es zu einer Druckentlastung. Seit dem hebt sich die Erdkruste leicht, aber andauernd. Infolge dessen kommt es zu Erdbeben wie diesen.

Update 16.19 Uhr
Auf dieser Nachrichtenseite meldet ein Zeuge aus Dalarna (Region, in der das Epizentrum liegt), dass durch das Erdbeben ein Riss in einer Wand entstanden ist. Zudem gibt es Meldungen von herabgestürzten Gegenständen (von Tischen oder aus Regalen). Dies deutet zumindest auf eine moderate Intensität (V bis VI) hin, was auch zu Schäden an Gebäuden führen kann.

Update 16. September
Weitere Risse in Häuserwänden und -decken werden gemeldet. Schwerwiegende Schäden sind nicht dabei
Die Universität Uppsala hat das Erdbeben deutlich auf Magnitude 4.1 herabgestuft.
Der Erdbebendienst Norwegen gibt M 4.7 an. Aus Finnland wird M 4.4 gemeldet.

wird fortgesetzt

Schweden

 

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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