Starkes Erdbeben in der Grenzregion von Kolumbien und Ecuador – Alarmstufe zweier Vulkane erhöht

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Bereits seit 3 Wochen grummelt es am Fuße des Vulkans Cerro Negro de Mayasquer in der Grenzregion von Ecuador und Kolumbien. Tausende kleine Erdbeben erschütterten die Region seit Anfang Oktober, verängstigten Menschen und veranlassten die Regierung vor wenigen Tagen, Vorkehrungen für den Fall einer Eruption oder eines größeren Erdbebens zu treffen.
Der zweite Fall ist soeben, um 21.33 Uhr MESZ, eingetreten. Je nach Behördenangabe hatte das Erdbeben Magnitude 5.6 bis 6.0. 5.8, so die Angabe des Kolumbianischen Erdbebendienstes. 6.0 nennen die Behörden Ecuadors. Das Epizentrum lag auf Ecuadorianischer Seite der Grenze. Das gefährliche: Die sehr flache Tiefe von etwa 5 Kilometern. Rund um das Epizentrum, rund um den Vulkan muss mit schweren Schäden und Erdrutschen gerechnet werden.

Update 21.56 Uhr
Die Behörden von Ecuador haben das Beben auf Magnitude 5.9 nach unten korrigiert (Tiefe: 4 km). Zwei Nachbeben der Stärke 4.4 und 4.5 wurden bereits registriert.

Update 21. Oktober 2014
06.33 Uhr
An den Hügeln und Bergen rund um das Epizentrum wurden viele Erdrutsche verursacht. Teils wurden Straßen vollständig verschüttet. Hilfskräfte haben bereits begonnen, die wichtigsten Straßen freizuräumen. Mehrere Personen wurden durch Erdrutsche eingeschlossen, und konnten inzwischen unverletzt gerettet werden. Darunter eine Gruppe Straßenarbeiter, die nur knapp den Geröllmassen entkommen sind.
Eine offizielle Meldung aus Ecuador besagt, dass eine Person von einem Erdrutsch verschüttet wurde. Weitere Details dazu wurden nicht genannt.
Mehrere Flüsse wurden von Schlamm- und Gesteinsmassen aufgestaut. Um Überflutungen zu verhindern, werden auch die Flussläufe zur Zeit freigeräumt.

Gebäudeschäden werden zur Zeit vor allem aus Ecuador gemeldet. Besonders in der Region El Angel waren viele Gebäude betroffen. In Kolumbien gibt es nach ersten Angaben nur kleinere Schäden, betroffen ist überwiegend die Region Guachucal. Viele Menschen verließen ihre Häuser und verbringen die Nacht im Freien. Weitere Details zu den Schäden wurden bisher noch nicht berichtet.
In der Stadt Tulcan (Ecuador) kam es zu Stromausfällen.

Fast zwei Dutzend leichte bis moderate Nachbeben wurden aufgezeichnet. Ob ein Zusammenhang der Erdbeben mit der vulkanischen Aktivität besteht, ist unklar. Es wurden weitere Vorkehrungen getroffen, um im Falle eines Ausbruchs schnell handeln zu können.

Update 22. Oktober:
Durch das Erdbeben wurden 8 Häuser zerstört, viele weitere beschädigt. 30 Familien mussten evakuiert werden. 1800 Menschen sind betroffen. Verletzt wurde niemand.
Die Behörden von Kolumbien haben aufgrund der Erdbeben die Alarmstufe an den Vulkanen Cerro Negro und Chiles (letzte Eruption: vor 160.000 Jahren) auf Orange gesetzt. Es sei möglich, dass es in den kommenden Tagen oder Wochen zu vulkanischen Eruptionen kommt. Auch weitere Erdbeben seien möglich.

Ecuador

 

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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