Starkes Erdbeben in Rumänien erschüttert weite Teile von Osteuropa – Spürbar bis Istanbul – Schäden in Vrancea, mindestens 14 Verletzte

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Weite Teile von Rumänien, Bulgarien und Moldawien wurden am Samstag Abend um 20.14 Uhr von einem starken Erdbebe erschüttert. Nach ersten Angaben hatte es Magnitude 5.7. Das Epizentrum des Bebens lag nordöstlich der Region Vrancea. Auch in Teilen der Ukraine wurden die Erschütterungen wahrgenommen.
Im Gegensatz zu normale Beben in Vrancea war das aktuelle relativ flach. Die Tiefe wird zur Zeit mit etwa 39 km angegeben. (Normal sind 80 bis 150 km) Dies ist sehr gefährlich für Orte in der Nähe des Epizentrums. Es ist das bisher stärkste Erdbeben in Rumänien im Jahr 2014

Die „Vrancea Seismic Zone“ gehört zu den aktivsten und gefährlichsten Erdbebenregionen Europas. An der ehemaligen Subduktionszone treten in Tiefen von etwa 100 Kilometer regelmäßig moderate bis sehr starke Erdbeben auf. Mehrfach haben Beben über Magnitude 7 in den letzten Jahrhunderten zu schweren Verwüstungen in Rumänien und angrenzenden Gebieten geführt. Solche Beben waren teilweise bis Moskau und Warschau spürbar.

Update 20.31 Uhr
Auch in der türkischen Millionenstadt Istanbul war das Erdbeben spürbar.
Das Schüttergebiet umfasst ganz Moldawien, sowie den Osten von Rumänien, einschließlich der Hauptstadt Bukarest. In der Ukraine wurde das Beben vor allem in Odessa wahrgenommen. Meldungen kommen auch aus der Hauptstadt Kiew. Bulgarien war ebenfalls fast komplett betroffen. Bis in die Hauptstadt Sofia war es spürbar. Einzelne Meldungen gibt es auch aus dem Norden von Griechenland, sowie von der russischen Halbinsel Krim.

Update 20.49 Uhr
Medien berichten, in vielen Städten in Rumänien sei der Strom ausgefallen. Mobilfunknetze waren direkt nach dem Erdbeben stark überlastet.

Update 21.12 Uhr
Zeugen und Betroffene teilten über Soziale Netzwerke und die Medien Schäden mit. Mehrere Leute meldeten Risse in den Wänden ihrer Häuser, umgestürzte Möbel und zerstörte Gegenstände.

Eine Stunde nach dem Beben ist das Mobilfunknetz und die Stromversorgung in den meisten betroffenen Regionen wieder hergestellt.

Update 21.33 Uhr
In der Stadt Focsani, der größten Stadt in Vrancea, wurden mehrere Gebäude teils schwer beschädigt. Medien berichten, Dächer seien eingestürzt und Fenster zerstört worden. Zudem ist die Wasser- und Gasversorgung unterbrochen.
Ein Zeuge aus Bukarest meldet uns teilweise eingestürzte Wohnblöcke. (siehe unten) Diese Meldung wurde bisher nicht bestätigt.

Update 21.55 Uhr
Mehrere kleine, teilweise spürbaren Nachbeben bis Magnitude 3 wurden bisher registriert. Es wurde vor Nachbeben moderater Stärke gewarnt, die ggf neue Schäden anrichten können. Eine Gefahr, die nach jedem großen Erdbeben weltweit gegeben is.
Gerüchte, wonach das Beben ein Vorbeben war, sind unbegründet. Betroffene sollten nicht auf Gerüchte wie diese hören. Erdbeben lassen sich nicht vorhersagen.

Update 22.24 Uhr
Bisher gibt es keine Meldungen über Verletzte. Mehrere Menschen aus verschiedenen Teilen Rumäniens mussten aber aufgrund von Panikattacken und ähnlichen Symptomen in Krankenhäusern behandelt werden.
In der Stadt Tulcea im Donaudelta, 150 km vom Epizentrum entfernt, wurde ein Gebäude beschädigt.

Update 23. November 08.28 Uhr
Über Nacht wurden weitere Meldungen von Schäden veröffentlicht. Viele Gebäude sind betroffen, auch einige Straßen in Vrancea erlitten Schäden.
Mindestens ein Mann wurde beim Erdbeben verletzt, als er von einem umstürzenden Heizkörper getroffen wurde.

Update 19.01 Uhr
In verschiedenen Teilen des Landes wurden mindestens 8 Personen verletzt. Die Verletzungen, Schnittwunden, Prellungen und Knochenbrüche, kamen vor allem bei der Flucht aus Gebäuden und Stürzen zustande. Viele dutzend weitere Personen wurden wegen Panikattacken und ähnlichem in Krankenhäusern behandelt. Genaue Statistiken wurden nicht geführt. Auch ist nicht genau bekannt, wie viele Häuser beschädigt wurden.
Die Menschen in Galati kämpfen noch immer mit den Folgen des Erdbebens. Strom-, Wasser-, und Gasversorgung ist in einigen Orten noch immer nicht wiederhergestellt. Zwischenzeitlich waren allein in Galati viele zehntausend Menschen betroffen.

Update 09.44 Uhr, 24.November
14 Verletzte wurden in den betroffenen Landkreisen aufgenommen.

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt? Teilen sie uns ihre Erlebnisse mit.

wird fortgesetzt…


 

Zeugenmeldungen:

Chisinau (Moldawien)
„22.November 20.14h
wohne im 3. Stock eines Hauses
Scheiben haben gewackelt. Boden und Möbel auch. Alarm bei geparkten Autos wurde ausgelöst.
Keine Schäden“

Bukarest (Rumänien)
„Zwei alte Wohnblöcke sind nur in Meiner Nähe (Bukarest, Piata Concordia) teilweise heute um 21:16 rumänischer Zeit eingestürzt.“

Istanbul (Türkei)
„Sind gerade bei Freunden in Istanbul und haben das Beben auch gespürt. Wir haben kein gutes Gefühl bei diesen Häusern, jedoch wissen unsere Freunde was zu tun ist. Kann nur jedem raten sich vorher mit den Sicherheitshinweisen auseinanderzusetzen.“

Chmelnyzkyj (Ukraine)
„22.11.2014; ca 21:15 Ortszeit.
Erschütterung. Leute verließen die Häuser und liefen auf die Straße“

Albena (Bulgarien)
Am 22.Nov.2014, um 21 Uhr 15 Min. wir sassen vor dem Fernseher, rollte das Sofe, wie schon so oft, hin und her. Es ist nichts Neues fuer mich, seitdem ich in Bulgarien lebe. Nach meinem Gefuehl war das gestrige Erdbeben von der Staerke zwischen 3 und 4 nach Richter. Erst heute morgen kam etwas in den Nachrichten. In dem Gebiet des Erdbebens wird Erdoel gefoerdert. Wir machen uns natuerlich selbst einen Reim daraus.

Rumänien

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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