Italien: Angst durch Erdbebenschwarm bei Florenz – Schulen und andere Gebäude beschädigt

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Die Italienische Region Toskana wurde in der vergangenen Nacht gegen 1.09 Uhr von einem leichten Erdbeben erschüttert. Besonders das Gebiet südlich der Großstadt Florenz war betroffen. Nach Angaben des Italienischen Erdbebendienstes INGV hatte das Beben Magnitude 3.5, dessen Epizentrum lag 17 km südlich von Florenz. Meldungen über Schäden gibt es nicht, jedoch wurden in Florenz viele Menschen aus dem Schlaf gerissen.

Update 11.12 Uhr
Ein weiteres, noch stärkeres Beben mit Magnitude 3.8 traf Florenz um 10.40 Uhr. Dieses war ebenfalls deutlich in der Stadt spürbar. Hinzu kommen knapp ein Dutzend weitere, kleinere Beben, die in den letzten Stunden registriert wurden.

Update 11.35 Uhr
Öffentliche Gebäude, vor allem Schulen und Bürogebäude, wurden nach dem zweiten Beben kurzzeitig evakuiert. Bisher gibt es keine Meldungen über Schäden. Viele Menschen sind aufgrund der andauernden Erdbebenaktivität besorgt und verbringen den Tag außerhalb der Häuser, aus Angst ein größeres Erdbeben könnte folgen.
Große Erdbeben in Italien sind häufig von schwarmartig auftretenden Vorbeben angekündigt. Jedoch sind Erdbebenschwärme wie dieser in Florenz deutlich häufiger als große Beben, somit lässt sich keine Aussage über die weitere Entwicklung treffen.

Update 11.41 Uhr
Um 11.36 Uhr folgte das nächste Erdbeben, diesmal noch stärker. Erste Magnitudenangaben belaufen sich auf 4.3. Daten vom Italienischen Erdbebendienst gibt es noch nicht. Mittlerweile ist ein Bereich erreicht, in dem durch die andauernden Beben Gebäude ernste Schäden nehmen können.
Minuten zuvor hatte es ein Beben der Stärke 3 gegeben

Update 12.01 Uhr
INGV gibt Magnitude 4.1 für das neueste Beben an. Weitere Evakuierungen in Florenz und Umgebung werden gemeldet, ebenso in Siena südlich vom Epizentrum. Einkaufszentren und Fabriken wurden geschlossen, die meisten Menschen gingen freiwillig. Feuerwehr und Katastrophenschutz sind im Einsatz, um mögliche Schäden zu untersuchen.

Update 12.26 Uhr
In den letzten Minuten folgten weitere kleine Erdbeben bis Magnitude 2.8. Insgesamt umfasst der Erdbebenschwarm nun schon 35 Ereignisse über Magnitude 2. Das erste(M 2.5)  trat bereits gestern Nachmittag auf, starke Aktivität folgte aber erst nach dem M 3.5 vergangene Nacht.

Laut Medienberichten gab es Stellenweise kurze Stromausfälle. Schäden wurden bisher nicht gemeldet.

Update 15.04 Uhr
Über Twitter wird dieses Foto verbreitet, das einen Riss in der Wand einer Schule in Pistoia, nordwestlich von Florenz zeigt. An der gleichen Schule mussten zudem mehrere Schüler wegen Panikattacken ärztlich betreut werden.

Update 16.46 Uhr
Auch in Florenz und Siena wurden einige Gebäude, darunter mehrere Schulen, beschädigt. Weitere Gebäudeschäden gibt es in den kleineren Orten nahe des Epizentrums. Schwere Schäden wurden nicht festgestellt. Die meisten öffentlichen Gebäude sollen morgen wieder geöffnet werden, sofern der Schwarm sich nicht fortsetzt. Dieses erhoffte Ende des Schwarmes kann noch Tage oder sogar Wochen auf sich warten lassen, wie Seismologen mitteilten. Genaue Prognosen seien aber unmöglich.

Update 18.34 Uhr
Eine trügerische Ruhe am Nachmittag. Mehr als 2 Stunden vergingen ohne Erdbeben, bevor es am Abend erneut bebte. Etwa 3.6 wird für das Beben um 18.27 Uhr angegeben. Stark genug, um erneut bis Florenz spürbar zu sein.

Update 19.46 Uhr
Während das letzte Beben um 18.37 Uhr vom INGV mit M 3.5 bestätigt wurde, folgte ein weiteres, mit gleicher Magniude um 19.27 Uhr. Das deutsche Geoforschungszentrum gibt beide Erdbeben mit Magnitude 4.0 an.
In vielen Orten haben Bewohner ihr Nachtquartier in Zelten gefunden, errichtet im eigenen Garten oder auf der Straße. Die Angst vor großen Beben ist da, auch bei den Behörden. So gibt es Bedenken, dass die berühmte Skulptur „David von Michelangelo“ im Falle eines Erdbebens zerstört werden könnte, da die Decke der Galleria dell’Accademia einstürzen könnte. Pläne um dies zu verhindern werden derzeit ausgearbeitet.
Haben Sie diese Erdbeben gespürt?

Florenz

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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