Neun Verletzte und Hunderte Gebäude zerstört: Starkes Erdbeben erschüttert Norden von Kolumbien

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Ein starkes Erdbeben mit Magnitude 6.2 ereignete sich nach Angaben von Geofon um 21.55 Uhr MEZ im Norden von Kolumbien, nahe der Grenze zu Venezuela. Die Tiefe des Erdbebens lag bei 145 km. Das Epizentrum lag nur wenige Kilometer südlich der Stadt Bucaramanga im Department Santander. Aufgrund der Tiefe waren die Erschütterungen in weiten Teilen des Landes, einschließlich der Hauptstadt Bogota spürbar. Tiefe Erdbeben führen seltener zu schweren Schäden, da die Intensität des Bebens abgeschwächt ist. Beim aktuellen Beben liegen noch keine Daten über die Intensitäten vor.

Im Department Santander kommt es häufig zu tiefen Erdbeben. Das heutige war eines der stärksten der letzten Jahrzehnte. Zuletzt kam es bei Bucaramanga im Jahr 1967 zu einem Erdbeben der Stärke 6.3 in etwa 160 km Tiefe. Dabei sollen 10 Menschen ums Leben gekommen sein.

Update 22.21 Uhr
Kolumbianische Behörden geben das Erdbeben vorläufig mit M6.6 an. In vielen Städten des Landes war das Erdbeben stark spürbar. In Bogota wurden viele Gebäude, darunter das Kongressgebäude, sowie Büros und Schulen evakuiert. Teilweise gab es wegen Überlastung Unterbrechungen im Mobilfunkverkehr. Auch aus Medellin und Barranquila werden ähnliche Zwischenfälle gemeldet. Auch in Teilen von Panama war das Erdbeben spürbar.

Update 22.30 Uhr
In der Stadt Tunja südlich vom Epizentrum wurden einzelne Personen wegen Panikattacken und ähnlichem in Krankenhäuser eingeliefert. Meldungen über Verletzte gibt es noch nicht.

Update 22.34 Uhr
Aus der Stadt Tachira in Venezuela, direkt an der Grenze zu Kolumbien, melden Behörden einige leichte Gebäudeschäden, vor allem Risse in Mauern und Böden.

Update 22.37 Uhr
Erste Schadensmeldungen aus Bogota. Im Stadtteil Suba soll eine Wand eingestürzt sein. Schäden ebenfalls am „Palacio de Justicia“ in der Stadt Cucuta an der Grenze zu Venezuela.

Update 22.49 Uhr
Schadensmeldungen kommen zur Zeit aus vielen Städten von Kolumbien. Unter anderem in der Stadt Duitama, wo mehrere Gebäude betroffen sein sollen. In Bogota wurden mindestens drei Wohnhäuser beschädigt. Mehr Schäden gab es in den Städten Barrancabermeja und Bucaramanga, details dazu wurden noch nicht bekannt. In Barrancabermeja ist zudem der Teil des Turmes einer Kirche eingestürzt. Unbestätigte Meldungen über die Explosion einer Raffinerie wurden vom Betreiber dementiert.

Update 23.07 Uhr
Leicht beschädigt wurde ein Gesundheitszentrum in Bucaramanga. Ob Patienten betroffen sind, ist noch nicht bekannt. Betulia im Westen von Kolumbien meldet Schäden an 12 Häusern.
Insgesamt sind die Schadensmeldungen, die bisher ausschließlich aus den großen Städten des Landes kommen, relativ gering. Ernste Schäden oder zerstörte Gebäude gibt es bisher nicht. Damit ist eher in kleineren Städten zu rechnen. Informationen darüber werden in den kommenden Stunden erwartet.

Update 11. März, 08.13 Uhr
Auswertungen der letzten Stunden ergaben, dass Landesweit mehrere hundert Gebäude beschädigt wurden. Allein in Suba, einem Stadtteil von Bogota, waren 48 Wohnungen betroffen. Zudem stürzten am Hauptstadtflughafen einige Deckenplatten herab. Schwere Schäden werden nur aus dem Department Santander gemeldet. Im Ort Playo ist ein Haus eingestürzt. Rund um Bucaramanga bildeten sich teils größere Risse in Wänden. Im Ort Betulia südwestlich de Stadt wurden 70% aller Gebäude beschädigt. 40 Gebäude dort wurden zerstört.

Ein Bergmann in Los Santos direkt am Epizentrum wurde durch einen Steinschlag verletzt. Dort wurden zudem 13 Wohnhäuser und eine Kirche beschädigt. Eine zweite Person in Barrancabermeja , wo u.a. ein Krankenhaus beschädigt wurde, wurde durch herabstürzende Trümmer verletzt.

Update 17.35 Uhr
Über 150 Häuser wurden landesweit zerstört, davon allein 100 in der Gemeinde Rionegro.

Die wichtigsten Schäden nach Städten sortiert im Überblick:

Betulia (Dep. Santander)
70 Gebäude zerstört, 90 Häuser teilweise eingestürzt
Rionegro (Dep. Santander)
205 Häuser zerstört, weitere beschädigt. 7 Personen wurden verletzt, 10 weitere wegen Panikattacken in Krankenhäusern behandelt.
Bucaramanga (Dep. Santander)
Mindestens 15 Wohnhäuser beschädigt
Schäden an Flughafen und Bürogebäuden in der Innenstadt
Mesa de los Santos (Dep. Santander)
Ein Bergarbeiter bei Steinschlag verletzt, mindestens 13 Häuser und eine Kirche beschädigt. Erdrutsch im Süden der Stadt.
Playon (Dep. Santander)
12 Häuser beschädigt
Barrancabermeja (Dep. Santander)
Ein Verletzter, Schäden an einem Krankenhaus, einer Kirche und mehreren Wohnhäusern.
Floridablanca (Dep. Santander)
Ein Haus und ein Einkaufszentrum beschädigt
Barichara (Dep. Santander)
Ein Krankenhaus beschädigt
Lebrija (Dep. Santander)
Ein Wohnhaus beschädigt
Socorro (Dep. Santander)
Eine Kirche beschädigt
Cachira (Dep. Norte de Santander)
Zehn Häuser zerstört, zwei Schulen beschädigt
Bucarasica (Dep. Norte de Santander)
Ein Haus zerstört, zwei weitere beschädigt
Chambacú (Dep. Norte de Santander)
Mehrere Personen wegen Panikattacken in ärztlicher Behandlung
La Esperanza (Dep. Norte de Santander)
Vier Häuser beschädigt
Abrego (Dep. Norte de Santander)
Drei Wohnhäuser und eine Kirche beschädigt
Pamplona (Dep. Norte de Santander)
Ein Haus und eine Kirche beschädigt
Hacari (Dep. Norte de Santander)
Ein Haus und eine Kirche beschädigt
Bogota (Dep. Bogota)
48 Gebäude im Vorort Suba beschädigt. Schäden am Flughafen der Hauptstadt, sowie 6 Häusern der Innenstadt.
Yolombo (Dep. Antioquia)
Zwei Häuser und eine Schule beschädigt
San Roque (Dep. Antioquia)
Eine Schule beschädigt
Remedios (Dep. Antioquia)
Zwei Kirchen beschädigt
Quinchia (Dep. Risaralda)
Eine Feuerwache und ein Wohnheim beschädigt
Tachira (Venezuela)
Ein Krankenhaus und mehrere Wohnhäuser leicht beschädigt. Zerstörte Fenster im Ort San Cristobal

wird fortgesetzt..

Kolumbien

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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