Aprilscherz: (Noch) Kein Fracking in Hessen

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Die unten stehende Meldung, dass Hessen aufgrund eines neu entdeckten Ölvorkommens die Fracking Methode zur Förderung anwenden will, entsprang der Fantasie, die ein erster April beflügelt.
Nicht ganz zufällig wurde zeitgleich ein Gesetzesentwurf verabschiedet, der ab 2019 das kommerzielle Fracking in ganz Deutschland unter strengen Auflagen erlaubt. Mehr dazu hier

 

Die Falschmeldung:

Die Landesregierung in Wiesbaden hat am Dienstagabend beschlossen, die umstrittene Gas und Erdölfördermethode „Fracking“ zu genehmigen. Grund für die plötzliche Wendung sei die Entdeckung eines ergiebigen Erdölvorkommens durch eine Probebohrung von Rhein Petroleum in Riedstadt-Goddelau, knapp 10 km südwestlich von Darmstadt. Das dortige Erdöl liege in einer Tiefe von 1700 Metern. Um dieses zu fördern, sei die „Fracking-Methode„, bei der Flüssigkeiten unter hohem Druck in das Gestein eingepresst werden, um Risse zu erzeugen, die effektivste und kostengünstigste Methode. Bereits im vergangenen Herbst hat die Bundesregierung den Ländern freigestellt, die Fracking-Methode anzuwenden, sofern es keine Sicherheitsbedenken bezüglich Trinkwasser gibt. Im aktuellen Fall würden keine solcher Risiken bestehen. Auch eine Expertenkommission, bestehend aus Geologen des Hessischen Landesamtes, sowie Vertretern von Rhein Petroleum, habe bereits Grünes Licht signalisiert. Untersuchungen sollen in den kommenden Wochen endgültige Gewissheit liefern, ob das Gebiet geeignet ist.
Um Sicherheitsbedenken zu beseitigen, teilte Rhein Petroleum in der Nacht mit, man wolle sich an den Frackinganlagen in den zentralen US-Bundesstaaten orientieren, da es dort noch nie zu Problemen kam.

Wann mit der Förderung begonnen werden soll, ist noch unklar. Frühjahr 2016 wurde als vorläufiges Ziel genannt, was aber von den Untersuchungsergebnissen der Expertenkommission abhängt.

Südhessen wurde in den vergangenen Monaten von dutzenden Erdbeben erschüttert, die allesamt tektonischen Ursprungs waren und nicht mit Probebohrungen und anderen menschlichen Aktivitäten zusammenhängen. Trotz geographischer Nähe wird nicht erwartet, dass es durch „Fracking“ zu einer Veränderung der Erdbebentätigkeit kommt.

Fracking

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Lukas Rentz

Lukas ist 18 und macht voraussichtlich 2018 sein Abitur an einem Gymnasium in Alzey. Anschließend soll ein Geologie-Studium folgen.

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