Erdbebenalarmsystem für Nordrhein-Westfalen eingerichtet

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Heute hat die Arbeit des ersten Erdbebenalarmsystems in Nordrhein-Westfalen begonnen. Das vom Geologischen Dienst in Krefeld eingerichtete Netzwerk soll sich vor allem auf den Niederrhein und angrenzende Gebiete beschränken und Behörden und Rettungskräfte binnen Sekunden über die zu erwartenden Folgen eines Erdbebens in NRW informieren.
Wie der GDN auf seiner Homepage mitteilt, soll durch dieses System im 10 Sekunden Takt eine Auswertung der seismischen Aufzeichnungen stattfinden. Wenn ein Ereignis von besonderer Bedeutung auftritt, werden alle Daten automatisch erfasst und per Mail kompakt an zuständige Stellen gesendet. Zudem werden wichtige Informationen sofort auf der Homepage des GDN veröffentlicht.

Der Niederrhein gehört zu den aktivsten Erdbebengebieten Mitteleuropas. Häufig kommt es hier zu Erdbeben, die nicht nur weithin spürbar sind, sondern auch zu ernsten Schäden führen können. Das jüngte bekannte Beben trat im April 1992 die niederländische Stadt Roermond und verursachte auch in vielen Städten auf deutscher Seite der Grenze Gebäudeschäden. Das letzte Erdbeben über Magnitude 4 wurde im September 2011 nahe der Stadt Goch im nördlichen Rheinland registriert.

In Zukunft sollen mit Hilfe des Alarmsystems mögliche Rettungsmaßnahmen koordiniert werden. Wenn binnen Sekunden eine erste vorläufige Abschätzungen der Auswirkungen vorliegt, kann dadurch sofort Hilfe für mögliche Betroffene auf den Weg gebracht werden. Dies kann insbesondere bei starken Erdbeben, vergleichbar mit dem Dürener Erdbeben 1756, Menschenleben retten. Auch der Bevölkerung sollen über die Medien so schnellere Daten zugänglich gemacht werden, nicht nur bei großen Beben.

Erdbebenfrühwarnsysteme kennt man aus verschiedenen Orten der Welt. Besonders Japan ist für sein Warnsystem weltbekannt. Dort werden meist Sekunden vor einem Erdbeben wichtige Bahnstrecken, Tunnel und Straßen gesperrt, teils der Strom und die Gasversorgung abgeschaltet, um Menschen zu schützen. Menschen werden per SMS und über Rundfunkanstalten vor der Ankunft der Erdbebenwellen informiert. Ähnliches ist auch seit einigen Jahren in der chinesischen Millionenstadt Chengdu (Provinz Sichuan) der Fall.
Diese Form der Warnung bietet das Alarmsystem für NRW nicht. Eine Vorwarnung ist hier aufgrund der kurzen Distanzen zwischen Erdbebenherd und Gefahrenzone nicht möglich. Nur bei schweren Erdbeben über Magnitude 6.5, wie sie hier alle paar Jahrtausende zu erwarten sind und welche auch die großen Städte Köln, Düsseldorf und Bonn, sowie Teile des Ruhrgebiets akut bedrohen würden, wäre ein solches System effektiv. Aber auch rechtzeitiges Eintreffen von Rettungskräften kann im besten Fall Menschenleben retten, indem Verletzte aus zerstörten Häusern geborgen werden können oder von Nachbeben bedrohte Strukturen gesperrt werden.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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