Papua-Neuguinea: Drittes schweres Erdbeben auf Neubritannien

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Eine weitere Steigerung der Erdbebenserie auf der Insel Neubritannien (New Britain) erfolgte in der vergangenen Nacht. USGS registrierte um 3.44 Uhr ein Erdbeben mit Magnitude 7.5 im Südosten der Insel. Eine Tsunamiwarnung wurde vom PTWC für Neubritannien und andere nahe gelegene Inseln herausgegeben und drei Stunden später wieder aufgehoben. Viele Menschen wurden von den Küstenabschnitten evakuiert und flüchteten ins Landesinnere. Lokale Behörden in der Hafenstadt Rabaul berichteten von einem deutlich sichtbaren Tsunami. Auch an anderen Stellen der Insel trafen die Wellen auf die Küste. Überflutungen soll es nach ersten Angaben nicht gegeben haben, da das Wasser nicht höher stieg, als während der normalen Tide. Genaue Berichte liegen aber noch nicht vor.

Das Erdbeben selbst war sehr stark auf der gesamten Insel spürbar. Laut ShakeMap des USGS wurde Intensität VIII als Maximalwert kalkuliert. Davon betroffen eine dünn besiedelte Region, wo bereits die beiden vorangegangenen Erdbeben (M6.7 und 6.8) mehrere Häuser zerstört haben. Berichte über die aktuelle Lage dort gibt es zur Zeit nicht.
Gebäudeschäden durch das Beben wurden im Nordosten der Insel registriert. In Rabaul kam es zu Rissen in Gebäuden. Ähnliche Schäden werden aus der südlicher gelegenen Stadt Kokopo gemeldet. Dort soll das Beben so stark gewesen sein, dass selbst Bäume entwurzelt wurden.

Die Nachrichtenseite pngloop meldet größere Gebäudeschäden auf New Britain, wovon viele Städte und Bauwerke betroffen sind. Bei Schulen und Regierungsgebäuden stürzten teilweise Decken ein. Schüler wurden aufgefordert, nach Hause zu gehen. Alle öffentliche Gebäude wurden geschlossen. Auch Dörfer abseits der Städte im Nordosten waren betroffen.
In weiten Teilen der betroffenen Region brach zudem die Stromversorgung zusammen. Daher ist nicht klar, wie schwer betroffen die direkte Epizentralregion ist.
Verletzte werden bisher nicht gemeldet.

Es folgten dutzende Nachbeben, das stärkste erreichte bisher Magnitude 5.8. Nachbeben bis Magnitude 6.5 sind bei einem Beben solcher Stärke die Norm.

Die Inseln Neubritannien und Neuirland gehören zu den erdbebengefährdetsten Gebieten der Erde. Mehrmals pro Jahrzehnt kommt es zu schweren Erdbeben über Magnitude 7. Zuletzt im Jahr 2000 trat sogar ein Erdbeben der Stärke 8 auf. Grund für die vielen Erdbeben ist die Subduktionszone im Süden beider Inseln, die sich im Osten bis nach Bougainville erstreckt. Dort taucht die Salomonseeplatte unter die Bismarckplatte ab.

wird fortgesetzt…

New Britain

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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