Iran: Erdbeben östlich von Teheran

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Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen wurde nahe der iranischen Hauptstadt Teheran ein moderates Erdbeben registriert. Nach Angaben des Iranischen Erdbebendienstes trat das Beben um 19.36 Uhr MESZ auf und erreichte Magnitude 4.6. Das Epizentrum lag etwa 110 km östlich von Stadtzentrum im dünn besiedelten Osten der gleichnamigen Provinz. Leichte und kurze Erschütterungen wurden in der Millionenstadt verspürt, einige Menschen verließen aus Angst ihre Häuser. In der Stadt Damavand war die Intensität höher, dort brach teilweise Panik aus.
Weitere Details wurden noch nicht bekannt.

Erdbeben dieser Stärke führen im Iran in der Regel zu leichten bis mäßigen Gebäudeschäden rund um das Epizentrum.

Vor zwei Wochen trat eine kleine Erdbebenserie im Südosten von Teheran auf. Das stärkste Beben erreichte Magnitude 4.1. Schäden wurden dabei nicht verursacht, aber bei vielen Bewohnern weckte es die Sorge vor einem größeren Erdbeben.

Ursprung des Erdbebens war das östliche Segment Mosha Verwerfung, die von West nach Ost im Norden der Region Teheran verläuft. Dort trat zuletzt im Jahr 1665 ein schweres Erdbeben statt, das Magnitude 6.5, bei dem rund um die Stadt Damavand hunderte Menschen ums Leben kamen. Die beiden westlicheren Segmente brachten zuletzt in den Jahren 958, bzw. 1830 schwere Erdbeben mit Magnitude 7.7 bzw. 7.1 hervor.

Update 26. August, 10.22 Uhr
Gebäudeschäden wurden infolge des Erdbebens, dem bisher 20 teils spürbare Nachbeben folgten, nicht registriert. Nur an einigen Straßen traten oberflächliche Schäden auf, die keinen großen Einfluss auf die Region hatten. Ein 60 jähriger musste wegen einer bei der Flucht aus dem Haus erlittenen Verletzung in einem Krankenhaus behandelt werden. Größere Zwischenfälle hat es nicht gegeben.
In Teheran ist die Sorge vor einem schweren Erdbeben nach den aktuellen Ereignis deutlich gewachsen. Von Seiten der Behörden hab es weitere Hinweise, dass sich die Bevölkerung auf ein großes Erdbeben vorbereiten muss, wobei die zeitliche Vorhersage dieses Ereignisses nicht möglich ist. Im Ernstfall sei mit einer hohen, fünfstelligen Opferzahl zu rechnen, so Behördenvertreter. Forscher der Universität Teheran bestätigten, dass in den vergangenen Wochen eine stark erhöhte Aktivität in der Provinz verzeichnet wurde, was als Anzeichen eines größeren Erdbebens gewertet werden kann. Verlässliche Aussagen wurden jedoch nicht getätigt.

Teheran

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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