Andauernder Erdbebenschwarm vertreibt hunderte Familien in Nicaragua

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Update 15. September
Nicaragua hat Nachbarländer um Unterstützung bei der Bewältigung der aktuellen Krise gebeten. Neben Material zum Bau von Notunterkünften, 600 sind zur Zeit geplant, sowie Lebensmittelpakete für die Betroffene, sollen auch Seismologen aus Kuba, Mexiko und El Salvador anreisen, um den Erdbebenschwarm besser zu untersuchen.

361 Häuser in El Sauce gelten als akut gefährdet, falls es weitere größere Erdbeben gibt. Nach dem starken Erdbeben (M4.9) am Montag hat die Aktivität stark zugenommen. Insgesamt wurden bereits über 150 Erdbeben aufgezeichnet, die meisten zwischen Magnitude 1.5 und 3.9 in 5 bis 20 km Tiefe.

Update 14. September
Der Erdbebenschwarm nahe El Sauce hat sich am Montag fortgesetzt. Es wurde das bisher stärkste Erdbeben der Serie registriert. Nach Angaben des Erdbebendienstes von Nicaragua erreichte es Magnitude 4.9. Weitere kleine Beben bis Magnitude 3.9 folgten, bzw. gingen dem voraus. Insgesamt wurden bereits mehr als 125 Erdbeben in den letzten 4 Tagen verzeichnet.

Die Regierung bereitet den Aufbau von hunderten Notunterkünften vor. Durch die andauernden Erdbeben wurden alle Gebäude von El Sauce und nahe gelegenen Dörfern evakuiert.
Wie schwer die Schäden nach dem neuen Erdbeben sind, wurde noch nicht bekannt. Bisher galten 5 Häuser infolge der Erdbeben als dauerhaft unbewohnbar. Weitere wurden beschädigt.
Originalmeldung vom 13. September, 9.31 Uhr

Nicaragua – Bewohner des Ortes El Sauce sowie umliegender Gemeinden erlebten zuletzt unruhige Tage. Ein größerer Erdbebenschwarm trat in flacher Tiefe südlich des Ortes auf. Von Freitagabend bis Samstagabend Ortszeit registrierte der Erdbebendienst Nicaraguas insgesamt 85 Erdbeben zwischen Stärke 0,8 und 4,3. Die meisten konnten von Menschen wahrgenommen werden. Das stärkste trat um 13.23 Uhr MESZ (5.23 Ortszeit) am Samstag auf und verursachte teils erhebliche Schäden in mehreren Dörfern.
Das Epizentrum des Schwarmes liegt in der Provinz Leon, knapp 90 km nordwestlich der Landeshauptstadt Managua.
Infolge des Schwarmes mussten etwa 600 Familien ihre Häuser verlassen.. Bereits nach den ersten Erdbeben am Freitag verbrachten viele Menschen die Nacht im Freien, so dass das bisher stärkste Beben nicht zu Verletzten führte. Der Katastrophenschutz von Nicaragua hat für alle Betroffene Zelte und Nahrung bereitgestellt und warnte davor, beschädigte Gebäude zu betreten.
An mindestens 5 Lehmhäusern waren die Schäden so schwer, dass sie akut einsturzgefährdet sind. Behörden rechnen damit, dass der Erdbebenschwarm andauert.

Nicaragua wird häufig von schwarmartig auftretenden Erdbeben heimgesucht. Aufgrund der flachen Tiefe und der schlechten Bauweise kann es dabei immer wieder zu teils schweren Schäden kommen. Nahe der Hauptstadt Managua trat im April 2014 ein Erdbeben mit Magnitude 6.1 auf, das hunderte Gebäude zerstörte.

Nicaragua

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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