Starkes Erdbeben auf Alor beschädigt fast 1000 Gebäude

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Indonesien – Ein starkes Erdbeben hat am Mittwoch die Hauptinsel des Alor-Archipels im Südosten des Inselstaates getroffen. Nach Angaben des indonesischen Erdbebendienstes erreichte es Magnitude 6.4. Das Epizentrum lag im Südosten der Insel Alor, etwa 75 Kilometer nordwestlich von Dili, der Hauptstadt von Ost-Timor. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht herausgegeben.

Es ist bereits das vierte größere Erdbeben innerhalb weniger Tage, nach einem M4.8 am 1. November, sowie einem M5.7 und M4.9 Erdbeben am Dienstagabend. Alle Erdbeben waren auf der gesamten Insel, sowie in weiten Teilen von Ost-Timor deutlich spürbar, verursachten teils Panik.

Nach dem bisher stärksten Erdbeben schickte das Militär der Region Ost Nusa Tenggara Hilfsteams in die Region. Bisher wurden in der Stadt Kalabahi im Westen der Insel einige Schäden festgestellt. Mehrere Wohnhäuser wurden beschädigt und eine Kirche ist teilweise eingestürzt. Meldungen über Verletzte gibt es noch nicht. Die direkte Epizentralregion konnte noch nicht erreicht werden, da dortige Dörfer sehr abgelegen sind und die Telefonverbindung zusammengebrochen ist. Bisher gibt es unbestätigte Informationen, dass dort dutzende Gebäude zerstört wurden.

Auch andere Teile von Indonesien wurden in den vergangenen Stunden von Erdbeben getroffen. Am Dienstagabend trat ein Beben der Stärke 4,7 die Stadt Banda Aceh im Norden von Sumatra. Kurz darauf erschütterte ein ähnlich starkes den Süden von Java. In der Hauptstadt Jakarta wurde am Mittwoch ein Erdbeben der Stärke 5,2 wahrgenommen, dessen Ursprung in der Sunda-Straße zwischen Sumatra und Java lag. Dabei traten in der Region Banten im Westen von Java leichte Schäden auf.

Update 5. November, 7.42 Uhr
Nach Angaben lokaler Rettungskräfte wurden in 8 Dörfern nahe des Epizentrums 167 Wohnhäuser schwer und 47 weitere leicht beschädigt. Hinzu kommen Schäden an drei Kirchen, drei Gesundheitseinrichtungen und einer Schule. Eine Person soll infolge der beim Erdbeben entstandenen Panik gestürzt und sich den Arm gebrochen haben. Drei weitere wurden wegen Traumata ärztlich behandelt. Opfer sind nicht zu beklagen.
Der Katastrophenschutz hat für hunderte Betroffene Zelte und Nahrungsmittel in die Region transferiert, da die meisten betroffenen Gebäude unbewohnbar oder komplett zerstört sind. Es wurde vor Nachbeben gewarnt, die viele der geschwächten Strukturen zum Einsturz bringen könnten.

Update 6. November, 8.47 Uhr
Insgesamt 988 Gebäude wurden durch das Erdbeben auf Alor beschädigt oder zerstört. 18 Dörfer und Gemeinden sind betroffen. Unter den beschädigten Gebäuden sind 27 Kirchen und Moscheen, sowie 11 Schulen. Über 1500 Menschen sind vom Beben betroffen und erhalten von den Rettungskräften Unterstützung. Öffentliche Gebäude wurden für die kommenden Tage vorsorglich geschlossen, da es zuletzt mehrere Nachbeben über Magnitude 5 gegeben hatte. Die Arbeiten der Rettungskräfte wurden zunächst durch zerstörte Brücken und von Erdrutschen blockierte Straßen behindert.
Insgesamt 3 Personen wurden beim Erdbeben verletzt, zwei von ihnen schwer. Meldungen über Todesopfer gibt es nicht.

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Alor

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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