Zwei Tote durch Erdbeben im Westen von Griechenland – Kleiner Tsunami an italienischer Küste

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Griechenland – Ein starkes Erdbeben hat am Dienstagmorgen den Westen von Griechenland erschüttert. Nach vorläufigen Angaben erreichte das Beben Magnitude 6.1. USGS gibt Magnitude 6.5 an. Es ereignete sich um 8.10 Uhr MEZ. Das Epizentrum lag im äußersten Nordwesten des Landes vor der Küste der Inseln Korfu, Kefalonia und Lefkada. Erschütterungen waren bis in die Hauptstadt Athen, sowie in Teilen von Italien, Albanien und Mazedonien spürbar. Es ist eines der stärksten Erdbeben, die dieses Jahr in Griechenland auftraten.

Da das Epizentrum vor der Küste lag, ist nicht verbreitet mit schweren Schäden zu rechnen. Einzelne Gebäude, vor allem auf nahe gelegenen Inseln, können jedoch betroffen sein. Tsunami Gefahr besteht nicht.

Anwohner und Touristen müssen sich in den kommenden Tagen auf moderate bis starke Nachbeben einstellen. Bisherige Nachbeben erreichten Magnitude 4.0.

Ursprung des Erdbebens ist eine Störungszone vor der Westküste von Griechenland, an der es im Frühjahr 2014 nahe Kefalonia bereits zu zwei starken Erdbeben kam.


Update 17.49 Uhr
Aus Italien werden keine Schäden gemeldet. Die Erschütterungen waren mit geringer Intensität in Teilen von Kalabrien, Apulien und Sizilien spürbar.
Im Hafen der Stadt Crotone wurde nach dem Erdbeben ein kleiner Tsunami mit einer Wellenhöhe von 10 bis 20 Zentimetern registriert. Schäden traten infolgedessen nicht auf.

Update 16.28 Uhr
Neben den Schäden auf Lefkada kam es auch zu Auswirkungen auf Kefalonia. Dort stürzten zwei Gebäude ein, die bei den Erdbeben im Jahr 2014 bereits beschädigt wurden. Auch einzelne Steinschläge wurden dort registriert. 10 weitere Gebäude gelten als unbewohnbar.
Auf Lefkada wurden viele Gebäude komplett zerstört, weitere teils schwer beschädigt. Neben den beiden Toten gab es fünf Verletzte, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden.

Update 10.33 Uhr
Eingestürzte Häuser werden zur Zeit aus den Dörfern Athani, Porto Katsiki und Missolonghi gemeldet. Große Erdrutsche wurden nahe Nidri und Pigadisani registriert. Das genaue Ausmaß der Schäden ist noch nicht bekannt.

Update 10.16 Uhr
Ein zweites Todesopfer – eine 60 jährige, die an der Steilküste nahe Ponti Vasiliki von einem herabstürzenden Felsen getroffen wurde, ist bestätigt. insgesamt vier Personen, darunter 2 Kinder, wurden verletzt.

Update 09.38 Uhr

Ein Hafen auf Lefkada wurde schwer beschädigt. In Hinterland der Insel wurden mehrere Erdrutsche ausgelöst. Einer zerstörte eine Straße. Nach unbestätigten Meldungen gilt eine Frau als vermisst. Auch auf der Insel Kefalonia kam es zu Erdrutschen.

In den Städten sollen mehrere Personen verletzt wurden sein. Unter anderen traf eine umstürzende Säule eine Frau am Kopf. Sie wurde ins Krankenhaus eingeliefert.

Beim Todesopfer handelt es sich um eine 72 jährige, die von Trümmern tödlich am Kopf verletzt wurde.

Ein kräftiges Nachbeben der Stärke 5.2 trat um 9.33 MEZ auf.

Update 09.16 Uhr

Im Ort Athani auf der Insel Lefkada wurden nach Angaben lokaler Behörden mehrere Wohnhäuser, sowie eine Kirche zerstört. Auch in anderen Teilen der Insel traten Schäden auf. Mindestens eine Frau soll beim Einsturz eines Gebäudes getötet worden sein.

Update 08.54

Einige öffentliche Gebäude, darunter Krankenhäuser und Schulen, wurden nach dem Erdbeben evakuiert. Bisher wurden noch keine Schäden festgestellt.

Wird fortgesetzt, sobald neue Informationen verfügbar sind…

Zeugenmeldungen

Athen: 09:15 Ortszeit, Gebaeude hat leicht gewackelt, im 2ten Stock hat mein Stuhl sich leicht bewegt

Longos: 17.11.15, ca 9:10 Ortszeit: Bett wackelte heftig, Deckenlampe pendelte stark, die Bewegung des Gebäudes fühlte sich wellenartig an.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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