Schweres Erdbeben im Süden von Mexiko – Eine Person in Baugrube getötet

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Mexiko – Ein schwees Erdbeben hat am Donnerstag um 20.50 Uhr MEZ den Süden von Mexiko und Teile angrenzender Länder erschüttert. Das Epizentrum lag im Bundesstaat Chiapas, etwa 750 Kilometer südöstlich von Mexiko City. Nach Angaben vom USGS erreichte es Magnitude 6.6. Das Hypozentrum lag in etwa 120 Kilometern Tiefe. Laut mexikanischem Erdbebendienst hatte es Magnitude 6.4 und eine Tiefe von 90 Kilometern. Die Erschütterungen waren deutlich in Chapas und angrenzenden Regionen spürbar. Nach Zeugenangaben aus Belmopan (Belize) und Guatemala-Stadt, sowie aus dem Mexikanischen Hauptstadtdistrikt war das Beben auch dort noch leicht spürbar.
Aufgrund der Tiefe des Bebens war die Intensität nahe des Epizentrums abgeschwächt, die Erschütterungen jedoch im größeren Umkreis spürbar. Mit schweren Schäden muss nicht gerechnet werden. Tsunamigefahr besteht nicht, da das Epizentrum an Land lag.

Update 18. Dezember, 6.25 Uhr
In mehreren Gemeinden in Chiapas wurden in den vergangenen Stunden leichte bis moderate Schäden aufgezeichnet. Dabei handelt es sich bisher um die Städte Tonala, San Cristobal de las Casas, Villaflores, Tuxtla Gutiérrez, Pijiapan, Villa Corzo, Arriaga und Mapastepec.
In Tonala direkt am Epizentrum des Bebens stürzte ein altes Lehmhaus ein. Sechs Gebäude wurden in Mapastepec beschädigt. In San Cristobal de las Casas war vor allem die Kirche Santa Lucia aus dem 19. Jahrhundert betroffen. Unter anderem erlitten der Torbogen und der Glockenturm leichte Schäden. Teilweise eingestürzte Gebäude werden aus Mapastepec und Villaflores gemeldet. In Tuxtla Gutiérrez, der Hauptstadt von Chiapas, brach durch das Erdbeben das Telekommunikationssystem und teilweise die Stromversorgung zusammen. Viele öffentliche Gebäude wurden evakuiert, Schulen bis auf weiteres geschlossen. Mehrere Personen wurden wurden wegen Panikattacken in Krankenhäuser eingeliefert. Mehrere Straßen, darunter auch eine in Guatemala, wurden von Erdrutschen blockiert.
Krankenhäuser wurden beim Erdbeben nicht beschädigt. Nach aktuellen Angaben gab es keine verletzten. Die Behörden von Chiapas beurteilen weiterhin das Ausmaß der Schäden.

Update 19. Dezember, 09.33 Uhr
Im Bundesstaat Tabasco wurde ein Arbeiter in einer Baugrube getötet, als sich Material löste und hinunterstürzte. Ein ähnlicher Vorfall trat bereits vor drei Wochen im Bundesstaat Guerrero auf.

Mexiko wurde im Jahr 2015 bisher von relativ wenigen starken Erdbeben getroffen. Entsprechend gering sind auch die Schäden, die bisher dort verursacht worden. Die schlimmsten Folgen traten bisher nach einem Erdbeben der Stärke 5.8 am 23. November auf, als zwei Arbeiter in einer Baugrube von einem abrutschenden Hang begraben und getötet wurden.
Zuletzt hatte es am 15. Dezember nahe der Millionenstadt Guadalajara ein Erdbeben der Stärke 4.4 gegeben, wobei einige dutzend Gebäude leicht beschädigt wurden.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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