Starkes Erdbeben im Norden von Afghanistan – Mindestens 6 Tote und 104 Verletzte

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Afghanistan – Zum wiederholten Mal in diesem Jahr hat ein starkes Erdbeben im Norden von Afghanistan weite Teile von Zentralasien erschüttert. Nach ersten Angaben des USGS erreichte das Beben Magnitude 6.2. Der Herd lag in einer Tiefe von etwa 200 Kilometern. Vom Epizentrum in der afghanischen Region Berg-Badachschan waren die Erschütterungen bis nach Neu Delhi (Indien) und Kasachstan, sowie in weiten Teilen von Nordpakistan, Tadschikistan,Kirgisistan und Usbekistan spürbar. Aufgrund der Tiefe war die Intensität gedämpft. Mit schweren Schäden muss in Distanz zum Epizentrum nicht gerechnet werden. Da vom Erdbeben im Oktober (M7.5) noch immer viele Gebäude in Afghanistan und Pakistan betroffen sind, kann es an diesen zu neuen Schäden kommen.

Update 21.23 Uhr
Mitarbeiter des Lady Reading Krankenhauses im pakistanischen Peschawar melden, dass dort nach dem Erdbeben mindestens 30 Menschen eingeliefert wurden. Mehrere Häuser in der Stadt seien eingestürzt. Offiziell bestätigt ist die Meldung noch nicht. Auch aus Azad Kashmir werden Schäden gemeldet. Im Nordwesten von Pakistan wurde der Karakorum Highway nach einem Erdrutsch gesperrt.

Update 21.36 Uhr
Neue Meldungen sprechen von 37 bis 45 Verletzten alleine in Peschawar. Alle Verletzungen seien die Folge von einstürzenden Gebäuden oder herabfallenden Trümmern. 18 weitere Menschen wurden in Swat verletzt.

Update 22.05 Uhr
43 Verletzte sind in Peschawar bestätigt, 3 von ihren wurden schwer verletzt. Mindestens 2 Gebäude sind im Stadtzentrum vom Peschawar eingestürzt.

Update 26.12., 08.05 Uhr
Die Zahl der Verletzten ist in der Nacht weiter gestiegen. Auch Todesopfer werden gemeldet.
Allein in Peschawar wurden 60 Menschen verletzt. In den Regionen Swat und Hangu wurden mindestens 40 weitere verletzt. In Islamabad erlitten mehrere Touristen bei einer Massenpanik in einem Hotel leichte Verletzungen. Eine Frau wurde in der Region Gupis bei einem Erdrutsch getötet. Ihr Ehemann und ihre beiden Kinder wurden verletzt, als die Geröllmassen ihr Haus zerstörten.
Im Indischen Teil von Kashmir starb ein 32-jähriger an den Folgen eines Schocks, als er in Panik aus dem Haus rannte.
12 Studenten der Universität Nangarhar im Norden von Afghanistan wurden bei einer Massenpanik verletzt. Meldungen über Schäden gibt es aus Afghanistan zur Zeit noch nicht. Neben den zerstörerischen Erdrutschen im Norden von Pakistan stürzten in mehreren Städten Gebäude ein, weitere wurden beschädigt. Eine offizielle Auswertung der Schäden ist im Gange.

Update 27.12., 09.11 Uhr
In Pakistan starben insgesamt vier Menschen an den Folgen des Erdbebens. Die Zahl der Verletzten wurde nach anfänglichen Doppelzählungen auf 91 herunterkorrigiert. Nicht einbezogen sind dabei die Touristen, die in Islamabad bei einer Massenpanik leicht verletzt wurden.
In Afghanistan sind insgesamt 13 Menschen verletzt worden. Meldungen über Tote gibt es nicht, jedoch sind viele Orte in Afghanistan nach dem Erdbeben im Oktober noch nahezu von der Außenwelt abgeschnitten. In beiden Ländern wurden mehr als 100 Gebäude zerstört, die meisten in Afghanistan.
Indien meldet zwei indirekte Todesopfer im Kaschmir-Tal infolge von Schock und Herzinfarkt. Eine Reihe von Gebäuden in Srinigar und Umgebung erlitten leichte Schäden.

 

Beim Erdbeben am 25. Oktober wurden in Pakistan und Afghanistan mehrere hundert Menschen getötet und zehntausende Gebäude zerstört. Starke Nachbeben bis Magnitude 5.8 führten zu neuen Schäden.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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