Schweres Erdbeben erschüttert Südasien – 2 Tote und 182 Verletzte – Schwere Schäden in drei Ländern

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Myanmar – Ein schweres Erdbeben hat am Mittwoch weite Teile von Südasien erschüttert. Nach ersten Angaben des Geoforschungszentrums Potsdam trat es um 15.55 Uhr MESZ auf. Es erreichte demnach Magnitude 7.0. Das Epizentrum lag im nördlichen Teil von Myanmar. Aufgrund der Herdtiefe von mehr als 120 Kilometern waren die Erschütterungen auch in weiten Teilen von Indien (einschließlich der Hauptstadt Neu-Delhi) und Bangladesch, sowie in Bhutan, Tibet und Nepal spürbar. Zeugen aus den östlichen Indischen Bundesstaaten berichten von teils starken Erschütterungen, die bis zu einer Minute andauerten Es ist mit schweren Schäden zu rechnen.

Update 16.26 Uhr
In vielen Indischen Städten, vor allem in Imphal, Guhawati und Kalkutta, verursachte das Erdbeben Panik. Viele Bewohner verließen ihre Gebäude. Der Nahverkehr wurde zeitweise eingestellt. Teilweise dauerten die Erdstöße mehrere Minuten. Panische Szenen werden ebenfalls aus Bangladesh gemeldet. In der birmanesischen Großstadt Mandalay war die Intensität des Bebens relativ gering. Aus der Hauptstadt Naypyidaw gibt es noch keine Meldungen.

Update 16.34 Uhr
In Dhaka hat es nach ersten Angaben von Zeugen Schäden an diversen Gebäuden gegeben. Unter anderem sollten Wände teilweise eingestürzt sein. So weit noch keine Meldungen über Verletzte. Im Indischen Bundesstaat Meghalaya kam es nach dem Beben an mehreren Orten zu Stromausfällen. In einem Einkaufszentrum wurden Schäden entdeckt.

Update 16.45 Uhr
Nach unbestätigten Meldungen gab es mindestens ein Todesopfer in Guhawati (Assam). Die Stadt liegt im Tal des Brahmaputra, 500 km nordwestlich vom Epizentrum. Das Opfer starb demnach an einem Stromschlag, als Stromleitungen beim Beben umstürzten.

Update 16.51 Uhr
Im Bundesstaat Manipur sollen mehrere Menschen verletzt worden sein.

Update 17.07 Uhr

Auch in Kalkutta erlitten viele Gebäude leichte Schäden. Genaue Informationen sind noch nicht bekannt.

Update 17.18 Uhr
Bei einer Massenpanik in der Stadt Siliguri (West Bengalen) wurden mindestens drei Menschen verletzt. Zwei weitere Menschen wurden in Jalpaiguri verletzt, darunter ein Mädchen, das ein herunterstürzendes Deckenteil getroffen hat.

Update 17.34 Uhr
Behörden aus Assam melden, dass viele Menschen leicht verletzt wurden.

Update 17.51 Uhr
In Imphal, der Hauptstadt des Bundesstaates Manipur, stürzte ein Polizeigebäude ein. Die Region war bereits im Januar von einem Erdbeben der Stärke 6.7 schwer betroffen. Auch andere Gebäude der Stadt erlitten Schäden, wie Nutzer der EMSC-Homepage in Bildern festhielten.

Update 14. April, 08.20 Uhr
In den vergangenen Stunden haben Behörden aller betroffenen Nationen die Erdbebenschäden ausgewertet. Insgesamt wurden fast 200 Menschen verletzt. Zwei Menschen starben.
Im Indischen Bundesstaat Assam war vor allem die Stadt Guhawati betroffen. Dort stürzten einige Gebäude ein, weitere wurden beschädigt. Verletzungen sind überwiegend das Resultat von Panik. Etwa 70 Menschen mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Eine Person starb durch einen Stromschlag, als Leitungen herunterstürzten. Eine zweite wurde von einem panischen Elefanten zu Tode getrampelt.
Die Himalaya-Region Arunachal Pradesh an der chinesischen Grenze spürte ebenfalls stark die Auswirkungen. Insgesamt 16 Menschen verletzten sich. Eine Person wurde von einem Steinschlag getroffen. Meldungen über zerstörte Häuser gibt es nicht, aber einige leichte Schäden wurden registriert.
Im Manipur, direkt an der Grenze zu Myanmar, stürzten einige Gebäude ein. Vor allem in Imphal, wo erst im Januar ein starkes Erdbeben viele Gebäude zerstörte, waren die Auswirkungen sichtbar. Insgesamt wurden dort 9 Menschen verletzt.
Leichte Schäden und 12 Verletzungen durch Panik werden aus dem Bundesstaat Westbengalen gemeldet. In den nordöstlichen Staaten Mizoram, Nagaland und Tripura traten nur vereinzelt Schäden auf.
Landesweit hat das Erdbeben in Bangladesch Schäden verursacht. Auch in der Hauptstadt Dhaka stürzten einzelne Gebäude ein. Insgesamt war das Ausmaß der Schäden aber nicht katastrophal. Die meisten Verletzungen entstanden auch hier durch Massenpanik. Insgesamt etwa 75 Menschen sollen deswegen in Krankenhäusern behandelt werden.
In Myanmar ist vor allem die Epizentralregion betroffen. Der Katastrophenschutz des Landes hat erste Untersuchungen durchgeführt und dabei festgestellt, dass in mehreren Dörfern Gebäude schwer beschädigt oder zerstört wurden. Darunter sollen sich auch mehrere Pagoden, sowie ein Schulhaus befinden. In einem Dorf nahe der Stadt Shwebo soll fast jedes Gebäude betroffen sein. Verletzt wurde aber offenbar niemand.

wird fortgesetzt…

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Erst im Januar hat ein Erdbeben der Stärke 6.7 im indischen Bundesstaat Manipur zu schweren Schäden geführt und mehrere Menschenleben gefordert. Es ist das stärkste Erdbeben in Myanmar seit 1988, als ein Erdbeben der Stärke 7.3 ebenfalls den Norden des Landes traf. Dabei kamen 38 Menschen ums Leben. Die Hauptstörungszone, die Sagaing-Verwerfung, verläuft quer von Nord nach Süd durch Myanmar. An ihr kommt es in flacher Tiefe immer wieder zu teils schweren Erdbeben, die regional verheerende Auswirkungen haben. Tiefere Erdbeben kommen im Norden des Landes vor. Sie sind in der Regel weniger verheerend, können aber großflächig schwere Schäden verursachen.

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Myanmar

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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