Gewitterdbeben

Ein lauter Knall, der für mehrere Sekunden von den Wänden widerhallt und das Geschirr im Schrank zittern lässt.
So oder so ähnlich sind viele Beschreibungen, wenn es um Erdbeben geht. Doch auf etwas viel alltäglicheres trifft diese Beschreibung ebenso gut zu.

Gewitter.

Wenn man fragt, wie sich ein Erdbeben angefühlt hat, kommt häufig die Beschreibung „Wie ein Gewitter“. Beispiele:

Erdbeben Rotenburg (M2.4), Mai 2016
Es hörte sich an wie ein nahes Gewitter oder eine Explosion. Es war seltsam das das Geräusch nur einmal zu hören war.
Ich konnte spüren, dass sich die Couch leicht bewegt hat. Ich tat es ab und schaute weiter fernsehr. Heute früh nachdem ich die Meldung gelesen habe ,wusste ich dass es doch keine Einbildung war.“

Erdbeben Verden (M3.2), April 2016
„Ein dumpfes Grollen, wie bei einem Gewitter in einiger Entfernung, direkt gefolgt von zwei Sekunden leichtem wackeln des Hauses.
Ich bin kurz darauf auf dem Balkon gewesen, dort zwitscherten die Vögel, als wäre nichts gewesen.“

Gewitter waren und sind in dieser Woche das dominierende Thema in Deutschland, wenn man die rassistischen Äußerungen einiger AfD-Mitglieder ignoriert. Gewitter gehören zum Mitteleuropäischen Sommer und es jeder erkennt sie als solche an. Jeder?
Fast. Ein kleines, aufsässiges Völkchen im Süden von Hessen sträubt sich dagegen. Denn unter ihnen gibt es Leute, die bei (fast) jedem Gewitter an ein Erdbeben denken.

(Ausschnitte einiger Twitter-Diskussionen)

Nicht das erste Mal. Bereits während früherer Gewitter im Raum Darmstadt verzeichneten wir „vermehrt“ Seitenaufrufe, da Betroffene nach Erdbeben googelten. Eine Beobachtung, die wir bisher noch in keiner anderen Region Deutschlands machen konnten.
Es scheint, dass die Erdbebenserie in den Jahren 2014 und 2015 noch immer in den Köpfen nachwirkt.

Diese kleine Anekdote wollte ich am Sonntagabend nicht unerwähnt lassen. Wir hoffen, dass die heutigen Gewitter nicht die schlimmen Auswirkungen hatten, die es in den letzten Tagen schon gab.

Übrigens: Gewitter und Erdbeben haben noch eine Gemeinsamkeit.

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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