Vom Elefanten bis zum Sack voll Reis – Wie Erdbeben Menschenleben fordern

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In den Jahren, in denen wir diese Seite betreiben, haben wir schon vieles gesehen. Dazu gehört es, die Information über Erdbebenopfer weiterzugeben. Man stellt sich dabei vor, wie Menschen von einstürzenden Häusern erschlagen werden. Dies ist zwar die häufigste, aber bei weitem nicht die einzige Todesursache. Immer wieder gibt es Fälle von Toten oder Verletzten, wo man sich fragt: „Wie viel Pech kann ein Mensch haben?“. Andere Fälle sind wiederum Kandidaten für den Darwin-Award.

Im folgenden stellen wir euch zehn dieser skurrilen Fälle vor. Beispiele, die als Warnung gesehen werden sollen, wie man sich bei einem Erdbeben nicht verhalten sollte und worauf man achten sollte.

Vom Auto überfahren
Diese Meldung stammt aus dem Jahr 2010, als ein Erdbeben der Stärke 7.2 die Grenzregion der USA und Mexiko getroffen hat. Ein für die Region sehr starkes Erdbeben. Die Folge war, dass viele Menschen in Panik gerieten und ihre Häuser verlassen. Eine Person achtete dabei nicht auf den Straßenverkehr und rannte in ein fahrendes Auto. Eines von zwei Todesopfern des Bebens.

In einen Brunnen gefallen
Im September 2015 traf ein Beben der Stärke 5.9 den Norden von Aserbaidschan, eines der stärksten Bebe dort der vergangenen Jahre. Hunderte Gebäude erlitten Schäden, 14 Personen wurden verletzt. Eine Frau kam auf tragische Art ums Leben: Sie stürzte in einen Brunnen, wo eine Pumpe aktiv war. Todesursache: Stromschlag.

Aus dem Fenster gesprungen
Algerien ist vorbelastet. Das Erdbeben im Jahr 2003 tötete tausende und zerstörte ganze Orte. Häufig kommt es im Land, vor allem rund im die Hauptstadt Algier, zu kleineren Erdbeben, die Menschen verängstigen. Im Jahr 2014 war ein Beben größer, und damit auch die Angst. Magnitude 5.6. Sechs Menschen starben. Darunter: Drei Herzinfarkte und drei Menschen, die aus Angst aus dem Fenster gesprungen sind.

Vom Rohbau gefallen
Tödliche Erdbeben, so erwartet man, sind in der Regel die besonders großen. Ausnahmen bilden da nur Beben in Bergbauregionen, oder Menschen, die verdammt viel Pech haben. Letzteres hatte im November ein Bauarbeiter in der indonesischen Stadt Banjarnegara. Es kam zu einem Beben der Stärke 3.2 nahe der Stadt. Dabei verlor der Mann das Gleichgewicht und stürzte aus dem dritten Stock. Das einzige Opfer des Bebens, das keine Schäden verursachte.

Gegen einen Felsen gefahren
Erdrutsche und Steinschläge gehören zu den gefährlichen Sekundäreffekten von Erdbeben. Immer wieder gibt es Berichte, dass diese Opfer fordern. Doch nicht nur durch die Schwerkraft können Gesteinsbrocken gefährlich werden. Auch, wenn sie eine Straße blockieren. So der Fall beim Beben der Stärke 7.3 in Tadschikistan im Dezember 2015. Der Fahrer eines Wagens konnte dem Felsbrocken nicht rechtzeitig ausweichen. Es kam zu einer tödlichen Kollision. 

Vom Reissack erschlagen
„Wen juckt es, wenn auf der anderen Seite der Welt ein Sack Reis umfällt?“
Den Fragesteller meist nicht, aber die Eltern des Kindes, das von diesem Sack Reis erschlagen wurde. Das Unglück geschah in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito im August 2014. Am Stadtrand gab es ein Beben der Stärke 5.1, das viele Gebäude beschädigte und mehrere Opfer forderte. Einige dieser Opfer wurden…

In einem Steinbruch erschlagen
Es gibt einige Orte, wo die Gefahr von Steinschlägen besonders hoch sind. Vor allem Steinbrüche, wo viele Blöcke sowieso schon locker sind. Entsprechend steht (zumindest in Deutschland) in den Sicherheitsbestimmungen, dass im Falle eines Erdbebens in einem Steinbruch unverzüglich Abstand zur Felswand genommen werden muss. Auch ein indonesischer Landwirt tat dies im Juli 2016 nicht, als ein Beben der Stärke 5.4 die Insel Sumatra traf.

In Fluss gefallen
Ab einer gewissen Intensität wird das Stehen bei einem Erdbeben erschwert. Dies macht einige Orte relativ gefährlich. Dazu gehören auch Ufer von Gewässern. Im April 2014 verlor ein Junge auf der indonesischen Insel Papua bei einem Beben der Stärke 7.2 das Gleichgewicht und stürzte in einen Fluss. Seine Leichte wurde erst Tage später geborgen.

Gegen Stromleitung gelaufen
Dass der Weg aus dem Haus bei einem Erdbeben gefährlich sein kann, haben wir bereits an anderen Beispielen gesehen. Besonders riskant ist es, wenn man nahe einer offenen Hochspannungsleitung lebt. Ist das Beben stark genug, kann auch diese einstürzen. So geschehen bei einem Erdbeben der Stärke 6.9 in Myanmar auf indischer Seite der Grenze im April 2016. Eines der beiden Todesopfer erlitt einen tödlichen Stromschlag. Das andere überlebte keine…

Kollision mit einem Elefanten
Vermutlich ist Indien eines der wenigen Länder dieser Welt, wo dies eine reale Gefahr ist. Umso tragischer ist dieser Vorfall, als eine Person während des Erdbebens aus ihrem Haus rannte. Ob der Dickhäuter auf das Erdbeben ebenfalls panisch reagierte, ist nicht bekannt. Eine eindeutige „Schuldzuweisung“ ist somit nicht möglich. Das Tier hat den Unfall auf jeden Fall unbeschadet überstanden.

Erdbeben können auf verschiedenen Wegen gefährlich sein und sogar tödlich enden. Die wichtigsten Verhaltensweisen, um im Urlaub oder Daheim ein Erdbeben unbeschadet zu überstehen, sind hier zusammengestellt. Ergänzt werden sollten diese durch ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit und eine realistische Risikoeinschätzung, um dem Unglück möglichst wenig Chancen zu geben. Hundertprozentig sicher kann man nie sein. Aber wann im Leben kann man das auch behaupten?

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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