Erdbebenfrühwarnsysteme – Angst schon bevor es bebt

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An Tagen wie Heute zweifeln sicher viele an einem Erdbebenfrühwarnsystem. Heute um 17 Uhr Ortszeit tauchte auf 4 Millionen Japanischer Handys die Meldung auf, ein Erdbeben der Stärke 9,1 wird in wenigen Sekunden Tokyo treffen. Viele Menschen reagierten geschockt, einige sahen ihr Ende nahen. Der Schock weilte nur kurz, wenige Sekunden später kam die Entwarnung. Doch wie konnte das passieren? Dafür muss man zunächst die Funktionsweise kennen.

Kommt es beispielsweise vor der Küste Japans zu einem Starken Erdbeben registrieren Sensoren dieses. Erdbeben bestehen aus zwei Wellenarten. Die ersten, also Primärwellen, bewegen sich sehr schnell und sind nicht spürbar. Die zweiten, also Sekundärwellen, bewegen sich langsamer, bringen dafür aber spürbare Bewegungen mit sich. Die Sensoren registrieren die Primärwellen, diese Daten werden ausgewertet, und je nachdem wie stark das Erdbeben ist wird eine Warnung herausgegeben. Das Fernsehprogramm wird unterbrochen, und die Menschen informiert das es ein Erdbeben gegeben hat, allerdings haben die spürbaren Wellen die betreffenden Regionen noch nicht erreicht, sodass sich Menschen in Sicherheit bringen können.

Hinter dem gesamten System steckt viel Technik, und Technik ist störanfällig. Die Japaner nehmen es gelassen. Diesmal allerdings war der Fehlalarm kein Erdbeben der Stärke 4, sondern eines der Stärke 9.1, welches in weiten Teilen Zentraljapans eine Intensität von 7 erreiche sollte. Züge wurden gestoppt, Aufzüge angehalten und die Gasversorgung eingestellt. Auf Twitter wurde scherzhaft über die Ursache der Störung diskutiert. Von einem Blitzschlag bis Godzilla war alles dabei. Letzteres erscheint dabei am unwahrscheinlichsten. Einen ähnlichen Alarm hat es bereits 2013 gegeben, damals soll ein Erdbeben der Stärke 7,8 den Süden des Landes erschüttert haben, tatsächlich hatte es nur eine Stärke von 2,3.

Doch trotz Fehlalarm hat sich auch diesmal gezeigt: Alle nachfolgenden Maßnamen funktionieren, man kann diesen Fehler somit auch als Übung sehen. Das Japanische Frühwarnsystem, gilt als das beste weltweit. Einige weitere Staaten haben es übernommen, darunter auch China und Mexiko. Doch einen Nachteil hat das System: Wer am Epizentrum wohnt, erlebt das Erdbeben bereits bevor es den Alarm gibt.

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Lukas Rentz

Lukas ist 18 und macht voraussichtlich 2018 sein Abitur an einem Gymnasium in Alzey. Anschließend soll ein Geologie-Studium folgen.

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Ein Kommentar

  1. Jepp und es funktioniert. Der Vorteil ist dass man Nachts dann schon wach ist bevor die Erde wackelt.

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