Schweres Erdbeben im Norden von Neuseeland

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Neuseeland – Auf der Nordinsel hat sich am Freitagmorgen (2. September Ortszeit) ein schweres Erdbeben ereignet. Es trat nach ersten Angaben von GeoNet um 4.38 Uhr (18:38 Uhr, Donnerstag, MESZ) auf und erreichte Magnitude 7.1. Das Geoforschungszentrum Potsdam gibt Magnitude 7.0 an, das USGS ebenfalls Magnitude 7.1. Das Epizentrum lag im äußersten Nordwesten, vor der Küste der Region Gisborne. Dort hatte es am Donnerstag bereits ein Erdbeben der Stärke 5.7 gegeben, das stark spürbar war. Die Auswirkungen des neuen Erdbebens waren auf der gesamten Nordinsel, einschließlich der Hauptstadt Wellington und der Großstadt Auckland spürbar.
Es muss mit Schäden gerechnet werden. Auch ein kleiner Tsunami ist möglich. Die Region ist allerdings sehr dünn besiedelt, sodass keine katastrophalen Auswirkungen zu erwarten sind.

Ursprung des Erdbebens ist die Subduktion der Pazifischen Platte unter die Australische Platte. Die Subduktionszone verläuft vor der Ostküste der Nordinsel und erstreckt sich im Norden bis nach Fidschi. Entlang dieser kommt es häufig zu schweren Erdbeben. Auf der Rückseite kommt es zur Krustendehnung. An einer der dabei entstandenen Störungen tritt die aktuelle Erdbebenserie auf.

Update 18:59 Uhr
Bei GeoNet gingen in den ersten Minuten mehrere Tausend Rückmeldungen aus der Bevölkerung ein. Besonders aus dem Umfeld der Stadt Gisborne, die sich direkt an der Küste befindet, werden hohe Intensitäten gemeldet. Zeugen beschreiben es als sehr lang anhaltend. Es wurden bereits erste Nachbeben registriert, das stärkste mit Magnitude 4.6.

Update 19:19 Uhr
Zwei relativ starke Nachbeben, Magnitude 5.7 und 6.2, folgten in den letzten Minuten.
Zur Zeit gibt es noch keine Informationen über mögliche Schäden.

Update 19:36 Uhr
Der Zivilschutz hatte nach dem Beben Anwohner der Küstengebiete aufgefordert, sich in höhere Gebiete zu begeben. Es gibt unbestätigte Meldungen über einen kleinen Tsunami, der an der Küste registriert wurde. Meldung über Schäden gibt es nicht.
Die einzigen zur Zeit bestätigten Auswirkungen des Erdbebens sind ein inzwischen behobener Stromausfall, der etwa 300 Haushalte betraf.

Update 20:28 Uhr
Ein kleiner Tsunami mit einer Amplitude von 30 Zentimetern ist auf die Küsten getroffen. Der Zivilschutz warnte, in den kommenden Stunden könne die Tsunamiaktivität anhalten.

Update 21:17 Uhr
Strände sollen weiterhin gemieden werden. Es traten noch an mehreren Orten kleinere Tsunamis auf, die aber keinen Schaden verursachten. Auch vom Erdbeben selbst gibt es bisher keine Informationen über strukturelle Schäden. Schulen bleiben am Freitag größtenteils geöffnet.
Die Nachbebenaktivität hat in den letzten 90 Minuten nachgelassen. Es sind aber in den kommenden Tagen weitere Erdbeben bis Magnitude 6 wahrscheinlich.

Update 2. September, 09:31 Uhr
Die Schäden durch dieses Erdbeben sind vergleichsweise klein, wie nun bekannt wurden ist. Einige Bewohner fanden Risse in ihren Häusern oder beschädigte Möbel. In mindestens einem Fall stürzte ein Schornstein ein.
Beeindruckend sind große Risse, die sich an der Küste nach dem Erdbeben bildeten, wie in diesem Amateurvideo zu sehen ist.

Weiterhin gab es in der vergangenen Nacht einige größere Nachbeben, die aber keine Auswirkungen hatten. Behörden entdeckten an einigen Landstraßen Steinschläge und kleinere Erdrutsche. Sie warnten, dass sich durch die Nachbeben weiterhin Gestein lösen kann, weshalb Anwohner steile Hänge und Klippen meiden sollen.

wird fortgesetzt…

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

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Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 18:38 Uhr (4:38 Uhr Ortszeit, 2. September)

Magnitude: 7.1 (Geonet)

Tiefe: 22 km

Spürbar: ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr:

Epizentrum:

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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