Schweres Erdbeben vor der Küste von Fukushima

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Japan – Vor der Küste der japanischen Präfektur Fukushima hat sich am Montagabend ein schweres Erdbeben ereignet. Nach ersten Angaben der japanischen Meteorologiebehörde JMA erreichte es Magnitude 7.3. Es wurde für Fukushima eine Tsunami-Warnung herausgegeben. Eine Tsunami-Advisory ist für die gesamte Ostküste von Honshu aktiv. Das Epizentrum lag demnach nur wenige Kilometer vor der Küstenlinie der Insel Honshu. Die JMA registrierte maximal Intensität 5 – in Teilen von Fukushima und angrenzenden Präfekturen. Dabei kann es zu leichten Gebäudeschäden kommen. Mit schweren Schäden ist in Japan in der Regel erst ab Intensität 5+ oder höher zu rechnen.

Für Fukushima wurde infolge der Tsunami-Warnung eine Evakuierungsempfehlung ausgesprochen. Es muss mit „destruktiven“ Wellen von teils über drei Metern Höhe gerechnet werden. Kleinere Wellen mit bis zu einem Meter Höhe seien demnach an der gesamten Küstenlinie zwischen Tokyo und Hokkaido möglich.

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Dem Erdbeben ging ein kleineres Vorbeben mit Magnitude 4.6 voraus. Zudem folgte bereits ein erstes größeres Nachbeben mit Magnitude 5.4.

Das Erdbeben geht nach ersten Auswertung nicht auf die Subduktionszone vor der Küste zurück, sondern auf eine lokale Abschiebung. Dadurch wird die Tsunamigefahr jedoch nicht verringert.

Update 22:31 Uhr
Der Betreiber der japanischen Atomkraftwerke Tepco hat in einem ersten Statement bekannt gegeben, dass es durch das Erdbeben zu keinen Zwischenfällen kam. Einige AKWs werden zur Zeit überprüft. Gefahr durch einen möglichen Tsunami besteht für die Kraftwerke nicht, da diese durch Schutzmauern abgeschirmt sind.

Update 22:37 Uhr
Als erste Auswirkungen des Erdbebens werden die üblichen Vorsichtsmaßnahmen bekannt. Darunter das Schließen von Brücken und Bahnstrecken, Evakuierung einiger Gebäude und automatische Abschaltungen der Stromversorgung. Meldungen über Schäden gibt es noch nicht.

Update 22:40 Uhr
In der Stadt Iwaki in Fukushima kam es in einer Industrieanlage kurz nach dem Erdbeben zu einem Brand. Ob ein Zusammenhang besteht, ist noch unklar.

Update 22:49 Uhr
Die JMA registrierte bereits einige Nachbeben, zuletzt das bisher stärkste mit Magnitude 5.5. Vor der Küste von Fukushima registrierte eine Offshore-Station zudem den Tsunami. Dieser soll bereits auf die Küsten einiger Regionen getroffen sein. Über die Höhe und mögliche Schäden ist noch nichts bekannt.

Update 22:51 Uhr
Bei dem Brand nahe der Stadt Iwaki soll eine Chemieanlage betroffen sein. Meldungen über Opfer oder Verletzte gibt es noch nicht.

Update 22:57 Uhr
Die ersten Tsunami-Daten aus Fukushima wurden veröffentlicht. Demnach erreichte die erste Welle nahe der Stadt Iwaki eine Höhe von knapp 60 Zentimetern und damit deutlich unter der vorhergesagten Höhe. Entwarnung gibt es jedoch noch nicht. In vielen Fällen ist die erste Welle nicht die höchste, somit dauern auch die Evakuierungen an.

Update 23:05 Uhr
Das Feuer in der Chemieanlage konnte bereits gelöscht werden. Es kam nicht zu Personenschäden.
Inzwischen wurde die erste verletzte Person infolge des Erdbebens bekannt. Dabei handelt es sich um eine 70 jährige, die von einen umstürzenden Schrank am Kopf getroffen wurde.

Update 23:17 Uhr
An drei weiteren Stationen in Honshu sind erste Tsunamis angekommen. Dabei wurde in Soma im Norden von Fukushima die bislang größte Amplitude von 90 Zentimetern gemessen. In Oarai in der Präfektur Ibaraki wurden 50 Zentimeter registriert.

Update 23:25 Uhr
Im Atomkraftwerk Fukushima Daini ist nach dem Erdbeben das Kühlsystem eines Abklingbeckens abgeschaltet worden. Über einen technischen Defekt ist nichts bekannt. Das Statement von Tepco steht noch aus. Vermutlich handelt es sich um eine kontrollierte Maßnahme.
An einigen Kraftwerken ist ebenfalls ein Tsunami registriert worden. Schäden gab es nirgendwo.

Update 23:34 Uhr
Durch das ausgefallene Kühlsystem soll nach ersten Angaben keine Gefahr bestehen. Das Wasser in dem Abklingbecken reicht zur Kühlung der Brennstäbe vorerst aus.

Update 23:41 Uhr
Insgesamt sind bisher drei Verletzte bestätigt. Neben der Frau, die eine Kopfverletzung erlitt, wurden zwei Männer mit Schnittwunden behandelt. Schwere Verletzungen sind bisher nicht dabei.

Update 23:55 Uhr
Die gesamte Ostküste von Honshu wurde inzwischen vom Tsunami getroffen. Die Wellenhöhen sind insgesamt relativ niedrig. Offizielle Stationen der Japanischen Behörden registrierten maximal 90 cm. Stationen von Tepco haben die höchsten Wellen am AKW Fukushima Daini mit einem Meter Höhe gemessen.
Tepco bemüht sich zur Zeit mit der Reparatur des ausgefallenen Kühlsystems am AKW. Akute Gefahr besteht dort nicht, da die Temperatur des Abklingbeckens weiter in einem normalen Bereich ist.

Update 00:13 Uhr
Die JMA hat das Erdbeben auf Magnitude 7.4 hochgestuft. Neue Tidenmessungen zeigen, dass die nun auf die Küsten treffende vierte Welle möglicherweise höher wird als die vorherigen. Entsprechend wurde die Tsunami-Warnung auf Miyagi ausgedehnt. In Sendai wurde eine 1,4 Meter hohe Welle registriert.

Update 08:31 Uhr
Nachdem in der Nacht alle Tsunami-Warnungen aufgehoben wurden, zeigte sich, dass das Ausmaß der Schäden sehr überschaubar ist. Bisher wurde nur ein Wohnhaus mit Schäden infolge des Bebens identifiziert. Der Tsunami verlief harmlos. Insgesamt wurden 15 Personen leicht verletzt, überwiegend bei der Evakuierung ihrer Häuser oder durch herabfallende Gegenstände.

wird fortgesetzt…

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

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Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 21:59 Uhr

Magnitude: 7.4

Tiefe:

Spürbar: ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: unwahrscheinlich

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: aufgehoben (maximale Wellenhöhe: 1,40 m

Epizentrum:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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Ein Kommentar

  1. Da könnten wohl die ganzen radioaktiven Wassertanks, welche noch am Kraftwerk gelagert werden in den Pazifik gespült werden.

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