Tote und Verletzte bei Erdbeben in Guatemala

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Mexiko / Guatemala – An der Küste von Mittelamerika hat sich am Mittwoch ein schweres Erdbeben ereignet. Das Epizentrum lag an der Küste von Mexiko und Guatemala. Nach vorläufigen Angaben des United States Geological Survey (USGS) erreichte das Erdbeben Magnitude 7.0. Das Geoforschungszentrum Potsdam gibt Magnitude 6.7 an. Zuvor hat es binnen einer Stunde zwei Vorbeben über Magnitude 5 gegeben. Bereits in den vergangenen Tagen wurden dort mehrere Erdbeben aufgezeichnet.
Im Gegensatz zu den Vorbeben geben erste Lokalisierungen das Beben in einer Tiefe von rund 90 Kilometern an. Diese Angaben können nach manueller Korrektur abweichen.

Durch die große Tiefe war das Erdbeben deutlich in weiten Teilen von Mittelamerika spürbar. Betroffen waren neben den beiden Ländern am Epizentrum auch El Salvador, Honduras und Belize.
In der Epizentralregion muss mit schweren Schäden gerechnet werden. Zeugen aus Guatemala-Stadt sprechen von einem der stärksten Erdbeben, das sie dort je erlebt haben.
Große Gefahr besteht ebenfalls durch mögliche Erdrutsche, da die Region in den vergangenen Tagen von heftigen Regenfällen betroffen war.

Eine Tsunami-Warnung wurde nicht herausgegeben. Bei Erdbeben dieser Stärke können kleine Wellen aber nicht ausgeschlossen werden.

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Update 09:51 Uhr
Das United States Geological Survey hat das Erdbeben auf Magnitude 6.9 nach unten korrigiert. Guatemaltekische Behörden sprechen von M6.8. Demnach lag das Hypozentrum in einer Tiefe von 112 Kilometern. Generell sind tiefe Erdbeben weniger gefährlich, da die Intensität geringer ist. Bei dieser Magnitude ist die Intensität immer noch hoch genug, um anfällige Gebäude schwer zu beschädigen. Zudem ist bei tiefen Beben ein größeres Gebiet betroffen.

Update 10:04 Uhr
Sowohl in Mexiko als auch in Guatemala ist der Katastrophenschutz alarmiert. Untersuchungen zur rüfung möglicher Schäden sowie Rettungsarbeiten wurden eingeleitet. Nutzer auf Twitter sprechen von einigen Erdrutschen im Westen des Landes, die in der Folge des Bebens Straßen unpassierbar gemacht haben. Zur Zeit ist vor Ort noch Nacht, sodass eine genaue Beurteilung erst nach Tagesanbruch möglich sein wird.
In der Stadt Retalhuleu (GUA) kam es nach ersten Infos zum Einsturz mehrerer Gebäude. Mindestens eine Person wurde dabei verletzt. Auch von anderen Orten werden Schäden gemeldet, unter anderem aus Quetzaltenango, wo es auch Verletzte geben soll. Ein Mädchen wurde dort von einer einstürzenden Decke getroffen.

Update 10:17 Uhr
Das Epizentrum des Erdbebens lag im Department San Marcos. Erste Meldungen über Schäden kommen von dort und aus allen Nachbarregionen. Verletzte werden aus Quetzaltenango und Retalhuleu gemeldet. Schwere Schäden ebenfalls aus Solola und Suchitepequez. Ein großer Erdrutsch soll eine Straße in Totonicapan verschüttet haben, wobei diese Meldung noch nicht bestätigt ist.

Update 10:28 Uhr
Mindestens vier Verletzte sind in Guatemala inzwischen bestätigt. Es gibt zahlreiche zerstörte Gebäude. Auch einige Kirchen sind betroffen. Bislang noch keine Meldungen über Todesopfer. Es ist aber nicht auszuschließen, dass sich Menschen unter den Trümmern befinden.
Auch aus Mexiko gibt es erste Meldungen. Im Bundesstaat Chiapas sind mehrere Wände von Häusern eingestürzt. Auch Straßen wurden beschädigt.

Update 11:16 Uhr
San Marcos ist nach bisherigen Berichten am schwersten vom Erdbeben betroffen. Mindestens sieben Personen wurden allein in der Regionalhauptstadt (überwiegend leicht) verletzt. Mehrere Gebäude dort sind teilweise oder vollständig eingestürzt. Rettungskräfte berichten zudem von zahlreichen zerstörten Straßen als Folge von Erdrutschen.
An der Küste von Guatemala beobachteten Zeugen nach dem Erdbeben ungewöhnlichen Wellengang, der mit einem möglichen Tsunami in Verbindung gebracht wurde. Bestätigt ist dies nicht. Schäden hat es aber offenbar nicht gegeben.
Aus Mexiko wird inzwischen eine erste verletzte Person gemeldet. Die Frau soll in Panik aus dem Haus gelaufen und gestürzt sein. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Update 12:05 Uhr
Im Dorf Malacatan in der Region San Marcos ist eine Frau beim Erdbeben an den Folgen eines Herzinfarkts ums Leben gekommen.

Update 15. Juni, 06:42 Uhr
Fünf Menschen sind bei dem Erdbeben in Guatemala ums Leben gekommen. Neben der Frau, die einen Herzinfarkt erlitten hat, sind vier Männer von herabstürzenden Trümmern erschlagen worden.
Wie der Katastrophenschutz meldet, sind mehrere dutzend Häuser eingestürzt.

Alle Details zum Erdbeben in der Earthquake Impact Database

wird fortgesetzt…

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 09:29 Uhr

Magnitude: 6.9

Tiefe: 94 km

Spürbar: Ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: Ja

Opfer erwartet: Ja

Ursprung: Tektonisch

Tsunami-Gefahr:

Epizentrum:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.
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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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