Schweres Erdbeben erschüttert Leyte

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Philippinen – Nahe der philippinischen Stadt Tacloban hat sich am Donnerstag ein schweres Erdbeben ereignet. Wie das United States Geological Survey zunächst mitteilt, erreichte es eine Stärke von 6.5. Das Geoforschungszentrum Potsdam gibt Magnitude 6.4 an. Betroffen vom Erdbeben ist die Insel Leyte im Zentrum des Archipels. Das Epizentrum lag im Zentrum der Insel zwischen den beiden Großstädten Tacloban und Ormoc City. Nach USGS-Angaben lag der Erdbebenherd in nur 6 Kilometern Tiefe, womit rund um das Epizentrum eine sehr hohe Intensität wahrscheinlich ist. Die ShakeMap des USGS berechnete Intensität VIII. Über 500.000 Menschen seien demnach von Intensität VII, wo schwere Schäden möglich sind, betroffen.
Die Organisation Risklayer bestätigt diese Einschätzung und rechnet stellenweise mit Intensität IX. Besonders betroffen könnte die Stadt Ormoc sein. Dort leben knapp 200.000 Menschen.

Die Erschütterungen waren im zentralen Teil der Philippinen, unter anderem auf der Nachbarinsel Cabu, deutlich spürbar. Aus Tacloban, was im Jahr 2013 vom Taifun Haiyan zerstört wurde, wird zunächst eine starke Intensität gemeldet.

Update 11:03 Uhr
In der Epizentralregion sollen durch das Erdbeben zahlreiche Gebäude beschädigt worden sein, wie erste Meldungen via Twitter aussagten. In der Stadt Karanga sei eine Straße zusammengebrochen.
Behörden haben bereits Rettungskräfte und Equipment bereitgestellt.
Auch auf der Nachbarinsel Cebu hatte das Erdbeben Auswirkungen. An einigen Orten kam es zu Stromausfällen. Schulen und Krankenhäuser wurden evakuiert.
Bislang gibt es noch keine Meldungen über Opfer.

Update 12:04 Uhr:
In der Stadt Kananga ist infolge des Erdbebens ein dreistöckiges Gebäude eingestürzt. Dabei wurden 10 Personen verletzt. Mehrere Menschen sollen in den Trümmern des Gebäudes verschüttet sein. In der Stadt Ormoc findet am morgigen Freitag kein Unterricht statt um die Schulgebäude auf Schäden zu untersuchen. Auch dort sollen mehrere Gebäude eingestürzt sein. Auch vom Stromausfall betroffen sind die Inseln Samar und Bohol.

Update 12:32 Uhr:
In Kanaga ist bei dem Erdbeben mindestens eine Person ums Leben gekommen. Eine weitere Person konnte demnach verletzt aus den Trümmern des eingestürzten Gebäudes geborgen werden. Weitere Menschen werden dort noch vermutet.

Update 13:08 Uhr:
In der Stadt Ormoc wurden mindestens 29 Menschen verletzt. In mehreren Gebäuden und Straßen bildeten sich Risse. Auch im Rollfeld des Flughafens in Ormoc bildeten sich Risse.

Update 15:31 Uhr
Wie bereits berichtet scheint Kananga vom Erdbeben sehr stark getroffen zu sein. In einem eingestürzten Haus, wo noch Menschen unter den Trümmern vermutet werden, wurde mindestens eine Person getötet und 10 weitere verletzt. Nördlich von Kananga, in einer ländlicheren Region, hatte das Erdbeben ebenfalls große Auswirkungen. Dort kam eine weitere Person bei einem Erdrutsch ums Leben. Rund 100 weitere Menschen sollen verletzt worden sein. Wie viele Häuser und Menschen insgesamt betroffen sind, ist noch nicht abzuschätzen.

Update 10. Juli
Während die Hilfsarbeiten weiterlaufen, die Infrastruktur wieder hergestellt wird und die Aufräumarbeiten beginne, haben die philippinischen Behörden eine erste Bilanz dieses Erdbebens veröffentlicht. Demnach sind durch die Erschütterungen über 700 Gebäude zerstört und mehr als 1000 weitere beschädigt worden. 329 Menschen wurden durch herabstürzende Trümmer und Panik verletzt. Es bleibt bei zwei Todesopfern. Etwa ein dutzend Menschen konnte lebend aus eingestürzten Gebäuden gerettet werden.

wird fortgesetzt…

Zeugenmeldungen
Ormoc City
Es war etwa um 16.00 Uhr Ortszeit in Ormoc, Leyte, Philippinen als die Erde das erste mal gebebt hat. Für ca. dreissig Sekunden waren intensive Schwankungen des Bodens zu spüren. Häuser, Säulen und Fahnenstangen haben sich um bis zu einem halben Meter horizontal bewegt. Ich war erstaunt, dass keine Schäden an Gebäude und Strassen zu erkennen waren. Ich befand mich nahe der Meerpromenade und innert kürzester Zeit strömten die Menschen aus allen Häusern auf die Strasse. Die See war extrem Ruhig aber es hat stark geregnet. Ich bin nach einigen Minuten in’s Hotel gegangen und wollte mein Smartphone holen. Gerade als ich im Zimmer war hat die Erde wieder angefangen zu beben. Flatscreen viel vom Tisch, das ganze Zimmer hat geschwankt alle Flaschen und Kosmetika sind umgefallen. Fühlte sich wirklich unangenehm an. Ich bin dann auch bald wieder auf die Strasse raus. Inzwischen waren die Strassen voll von Menschen. Überall heulten Alarmanlagen und die meisten Menschen starrten zum Meer. Nach ca. 20 – 30 Minuten sind dann einige Wellen von knapp einem halben Meter Höhe an die Küste gerollt. Vom Meer her war es dann auch schon alles gewesen. Hingegen fiel offensichtlich in der ganzen Stadt der Strom aus. Was ich bisher hörte sogar auf der ganzen Insel und teilweise auch auf Nachbarsinseln. Es müssten mehrere hunderttausend oder sogar mehr als eine Million Menschen von diesem Stromausfall der auch noch 27 Stunden später andauert betroffen sein. Bis jetzt, etwa 27 Stunden später habe ich etwa 12-15 Nachbeben verspürt. Mal schauen wie es weiter geht. Gruss aus Ormoc (Intensität VI)

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 10:04 Uhr

Magnitude: 6.5

Tiefe: 6 km

Spürbar: Ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: Ja

Opfer erwartet: Ja

Ursprung: Tektonisch

Tsunami-Gefahr: Nein

Epizentrum:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.


Ursprung des Erdbebens ist die Philippines-Fault-Zone, eine Blattverschiebung, die parallen zur Subduktionszone durch das Archipel zieht. An ihr kommt es häufig zu starken bis schweren Erdbeben, die aufgrund der geringen Tiefe zu schweren Schäden führen. Zuletzt wurde Anfang des Jahres am 10. Februar die Stadt Surigao auf der Insel Mindanao von einem Beben der Stärke 6.6. getroffen. Dabei kamen 8 Menschen ums Leben.

 

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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2 Kommentare

  1. Meine verlobte und mein Sohn leben in Calbayog City, sie sind auch vom Stromausfall betroffen und es heißt wohl inzwischen, dass es bestimmt noch 3 Wochen dauern wird, bis es wieder Strom gibt.

    2013 während des starken Taifuns, war ich auch in Calbayog City und 1 Monat später flog ich von Tacloban nach Manila…….die Stadt war nicht mehr zu erkennen, total zerstört.

  2. Ganz in der Nähe des Epizentrum ist ein Geothermiekraftwerk und eine Verwerfungslinie längs durch die Insel.
    Es gibt ständige Nachbeben in Stärke 3 oder weniger, und dann gelegentliche Ausreißer mit 5,8 oder ähnliches.
    Hier ist die Trackingliste der philippinischen Erdbebenwarte:
    http://www.phivolcs.dost.gov.ph/html/update_SOEPD/EQLatest.html
    Meine Frau ist aktuell dort (in Ormoc City), geplanter Rückflug ist am kommenden Wochenende.

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