Neuer Erdbebenschwarm auf La Palma

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Spanien – Eine Woche nach Beginn der Erdbebenaktivität auf der Kanareninsel La Palma hat ein zweiter Erdbebenschwarm eingesetzt. Zuvor wurden zwei Tage lang keine Erdbeben registriert. Wie bereits beim ersten Schwarm fokussieren sich auch jetzt die Epizentren auf den Südteil der Insel, wo sich der Vulkanrücken der Cumbre Vieja befindet. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Westflanke der Insel. Einige Epizentren liegen auch im Ostbereich. Insgesamt ist ein größeres Gebiet zwischen den Gemeinden Puerto Naos, Fuencaliente und El Pueblo betroffen.
Das stärkste Erdbeben der vergangenen Nacht erreichte nach Angaben der spanischen Behörden Magnitude 2.1 und war somit schwächer als beim ersten Schwarm. Insgesamt sind 38 Erdbeben aufgezeichnet worden. Die Herdtiefe lag im Schnitt bei rund 20 Kilometern, wobei diesmal anteilsmäßig mehr Beben in geringerer Tiefe stattgefunden haben. Die Hauptbeben des ersten Schwarmes hatten eine Tiefe von 28 Kilometern.

In einem Statement am Donnerstag, vor Beginn des neuen Schwarmes, haben die Behörden der Kanaren den ersten Erdbebenschwarm mit einer kleineren Magmaintrusion unterhalb der Insel in Verbindung gebracht. Die neue Aktivität zeigt, dass das Magma sich weiter bewegt. GPS-Daten lieferten bislang keinen Hinweis auf Deformation des Untergrunds. Auch sonst gibt es keine Anzeichen bevorstehender vulkanischer Aktivität. Als Reaktion auf die Seismizität wurde die vulkanische Überwachung an den Kratern des Cumbre Vieja verstärkt. Mobile Seismometer sollen installiert und Gasmessungen an Fumarolen intensiviert werden, um Veränderungen und damit potentielle Gefahren rechtzeitig zu erkennen.

Bislang waren die Erdbeben zu schwach, um von der Bevölkerung der Insel wahrgenommen zu werden.

Historische Vulkanausbrüche des Cumbre Vieja waren überwiegend durch effusive Tätigkeit geprägt, bei der aus einem oder mehreren Eruptionszentren (viele davon monogenetisch) für mehrere Wochen Lava gefördert wurde. Lavaströme haben dabei immer wieder Gebäude und Infrastruktur zerstört. Meist begann die spürbare Seismizität wenige Wochen vor Einsetzen der Eruption.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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5 Kommentare

  1. Ja, irgendwann wird die Westflanke abrutschen. Das ist klar. Nur wann? Vielleicht morgen, übermorgen, nächstes Jahr oder erst in 100.000 Jahren? Es lohnt sich nicht wirklich, darüber zu reden. Oder?
    Habt einfach Spaß am Leben!

  2. Irgendwann werden die Beben so stark sein, daß die Flanke in den Atlantik abrutscht. Das könnte dann zu einem halben Weltuntergang führen.

    1. Das ist äußerst unwahrscheinlich und wird nicht passieren. Es gibt keine Störung die sich entlang der Cumbre Vieja von Nord nach Süd zieht. Es sind lediglich kleine Störungen dokumentiert, diese erstrecken sich lediglich über ein paar hundert Meter und können daher keine starken Beben produzieren.
      Kleinere Hangrutschungen und Abbrüche an der Steilküste sind reale Gefahren, einige Strände im Südwesten der Insel würde ich daher zur Zeit meiden.

      1. hi Maximilian

        Es geht dabei nicht um Sötrungszonen, sondern es geht um die Flutwelle, die das Abrutschen des Hangs auslösen wuerde! Und diese Flutwelle wird in Simulationen die im Netz einsehbar sind, so stark eingeschätzt, dass sie sogar New York und Washington ueberollen könnte!

        https://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.la-palma-zentrale.de%2Fimages%2Fla_palma_erdrutsch.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.la-palma-zentrale.de%2Finformationen%2Fla-palma-mega-tsunami.php&docid=O1s2TtjL6jc-6M&tbnid=YXmUHFGuBfCgOM%3A&vet=10ahUKEwiXzrXBivrWAhVBmBoKHWEtDXoQMwgpKAQwBA..i&w=500&h=525&bih=653&biw=1332&q=Cumbre%20Vieja%20Tsunami&ved=0ahUKEwiXzrXBivrWAhVBmBoKHWEtDXoQMwgpKAQwBA&iact=mrc&uact=8

        Von daher… Wenn der rauskommt und die Flanke abrutscht, dann gibt dass enorme Wasserbewegungen rund um den Atlantik!

        Grueße

    2. hi Jo Wiggershaus

      korrekt! Aber mit der NSA in Washington und mit dem Weißen Haus hätte ich keinerlei Mitleid. Die können ruhig untergehen und mit denen die ganzen Server auf denen die geklauten Daten liegen, die die von uns Internetusern abgesaugt haben und was absolut illegal ist. Wenn die Server hinuebergingen, wäre es ein Fest fuer uns alle!! Denn dann wären diese Daten vernichtet, es gäbe keine NSA und keine CIA und sowas mehr….

      Aber die anderen us-Amerikaner täten mir schon leid. Und wenn ich dann darueber hinaus noch lese, dass auch beinm Yellowstone und beim Saint Hellens ebenfalls vulkanische Signale detektiert werden, dann wäre dass der Anfang vom Untergang.

      Grueße aus Unterfranken

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