Schäden nach Erdbebenserie auf Bali

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Bali – Während Bewohner und Touristen im Osten von Bali eine Eruption des Vulkans Gunung Agung fürchten, leben Einwohner des Dorfes Tejakula an der Nordküste von Bali seit einigen Tagen mit einer anderen Sorge. Insgesamt zehn kleine Erdbeben wurden dort, etwa 30 Kilometer nordwestlich des Agung Kraters und somit am Hang des Nachbarvulkans Batur, seit Montag aufgezeichnet und von der Bevölkerung verspürt. Das schwächste erreichte Magnitude 2.4, das stärkste Magnitude 3.2. Aus Angst vor größeren Beben haben viele Anwohner ihre Häuser verlassen. Auch Behörden warnen inzwischen, dass größere Erdbeben nicht auszuschließen sind.

Doch bereits jetzt hat es einige Schäden gegeben. Mindestens zwei Wohnhäuser erlitten Schäden. An einem bildete sich ein großer Riss in der Küche. Im anderen stürzte ein Teil einer Außenmauer ein. Auch ein Schulgebäude war betroffen. Dort stürzten zahlreiche Dachziegel herab. Das Gebäude wurde zunächst für unbenutzbar erklärt. Verletzt wurde bei der Erdbebenserie bislang niemand.

Ob ein Zusammenhang mit der vulkanischen Aktivität des Gunung Agung besteht, ist zur Zeit unklar. Möglicherweise werden die Erdbeben indirekt durch eine magmatische Intrusion im Bereich einer Magmakammer verursacht, die auch den Nachbarvulkan Batur speist. Zur Zeit wird aber angenommen, dass es sich um tektonische Aktivität handelt.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): seit 16. Oktober

Magnitude: bis Magnitude 3.2

Tiefe: 2 bis 14 Kilometer

Spürbar: Ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: Ja

Opfer erwartet: Nein

Ursprung: Tektonisch?

Tsunami-Gefahr: Nein

Epizentrum:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.


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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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8 Kommentare

  1. Ich bin seit einer Woche in Tejakula und habe die wirklich nur minimalen kleinen Erschütterungen mitgekriegt. Mich hat der Artikel sehr überrascht, denn es waren sehr kurze, extrem samfte Bewegungen, die die meisten nachts eher verschlafen.

    1. Die Beschreibungen im Artikel sind so, wie es auch in den indonesischen Medien dargestellt wird. Bei Erdbeben dieser Größe kann es aber schon auf geringen Raum zu Intensitätsunterschieden von ein bis zwei Größenordnungen kommen. Offiziell vom Erdbebendienst gemessen wurde auch nur Intensität II bis III, wobei die Schäden eher auf Intensität V hindeuten.

  2. Außerdem heißt es hier:

    http://www.vulkane.net/blogmobil/gunung-agung-seismik-wieder-staerker/#comment-6100

    dass ein Pavapfropfen den Agung fest verschließt und die Lava wohl nicht dort durchbrechen kann:

    „Dieser Lavaplug kristallisierte aus der Restschmelze im Schlot am Ende der letzten Eruption. Um diesen Stopfen heraus zu sprengen bedarf es eines gewaltigen Drucks im Inneren des Vulkans. Die Folge wäre eine sehr starke initiale Explosion. Alternativ kann sich das Magma auch einen seitlichen Ausgang suchen und einen Riss in der Vulkanflanke bilden. Solche Vulkanausbrüche fangen häufig mit der Effusion von Lavaströmen an.“

    Was hälst du davon??

    1. Möglich, dass es eine Flankeneruption gibt (das wären die genannten Klüfte in der unmittelbaren Nähe des Schlotes). 25 Kilometer entfernt, also dort wo der Erdbebenschwarm stattfindet, ist dies aber auszuschließen.

    1. In den letzten Tagen war die Erdbebenaktivität dort eher gering. Die Dampfwolken waren bereits in den ersten Tagen der Aktivitätsphase zu sehen. Dass es dort höchstwahrscheinlich in den nächsten Wochen zu einem Ausbruch kommt, steht außer Frage.

  3. hi jens

    Doch, bei diesen beiden Bebenschwärmen sehe ich einen Zusammenhang. Eventuell hat das Magma beim Agung keine Chance durchzubrechen und sucht sich jetzt einen anderne Auslass und bewegt sich weiter in Richtung des Ortes Tejakula, um eventuell einen Auslass an der Kueste zu suchen. Wäre sowas möglich??

    Grueße

    1. Sehr unwahrscheinlich. Ein bereits existierender Vulkanschlot bildet meist weniger Widerstand, sodass es dort (oder in Klüften in der unmittelbaren Nähe) am ehesten erneuten Magmenaufstieg gibt.

Kommentare sind geschlossen.