Zwei starke Erdbeben in Mugla

Ursprünglich erschienen am 22. November. Zuletzt aktualisiert am 25. November.

Türkei – In der Provinz Mugla im Südwesten der Türkei, hat sich am Mittwochabend ein starkes Erdbeben ereignet. Ersten Angaben des Erdbebendienstes des Instituts Kandilli zufolge, erreichte das Beben Magnitude 5,0. Das Epizentrum lag demnach knapp 25 Kilometer südöstlich der gleichnamigen Provinzhauptstadt.
Die Erschütterungen waren verbreitet im Südwesten der Türkei zu spüren. Auch vorgelagerte griechische Insel waren betroffen. In der Nähe des Epizentrum war die Intensität hoch. Dort muss mit Schäden gerechnet werden, besonders da der Erdbebenherd in geringer Tiefe liegt.
Unter anderem war das Erdbeben in Marmaris, Aydin und auf den griechischen Inseln Rhodos und Kos zu spüren. Beim EMSC sind auch Meldungen aus der Millionenstadt Izmir eingegangen.

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Update 23. November, 09:37 Uhr
In der Nähe des Epizentrums hat das Erdbeben einige Schäden verursacht. Besonders betroffen ist nach Angaben des Katastrophenschutzes das kleine Dorf Arıcılar. Alle 25 Gebäude der Stadt sind beschädigt worden. Die Bewohner haben die Nacht aus Angst vor den Nachbeben im Freien oder in ihren Autos verbracht. Zur Zeit ist unklar, ob die Gebäude trotz der Schäden weiter bewohnbar sind. Meldungen über Verletzte aus diesem Dorf gibt es nicht.
Zudem kam es zu Schäden an einigen Straßen infolge von Steinschlägen.

Update 24. Noveber, 22:56 Uhr
Erneut hat am Freitagabend ein starkes Erdbeben die Region Mugla getroffen. Wie beim ersten Erdbeben am Mittwoch wurde auch dieses Mal Magnitude 5.0 erreicht. Das Epizentrum lag an gleicher Stelle wie zuletzt, auch ein ähnlicher Spürbarkeitsradius ist aufgetreten, wie das Kandilli Institut angibt. Die Daten sind allerdings vorläufig und können nach manueller Korrektur abweichen. Andere Erdbebendienste sehen eine geringfügig höhere Magnitude als beim ersten Erdbeben, unter anderem das Geoforschungszentrum Potsdam mit M5.3. Angaben von Magnitude 6.1, wie sie zwischenzeitlich beim EMSC zu finden sind, basieren auf falschen Erstanalysen und sind stark übertrieben.
Weitere Schäden in der Epizentralregion sind möglich. Besonders die bereits betroffenen Gebäude sind durch das neue Erdbeben (und mögliche Nachbeben) stark gefährdet.

Update 25. November, 09:30 Uhr
Durch das neue Erdbeben hat es vor allem im Dorf Arıcılar weitere Schäden gegeben. In allen der bereits beschädigten Häusern hat sich die Schadenssituation verschärft, sodass die Bewohner evakuiert werden mussten. Kleinbusse wurden bereit gestellt, um sie in umliegende Notunterkünfte zu fahren. Auch in anderen Dörfern der Region hat es diesmal Schäden gegeben, sodass auch dort Menschen evakuiert werden mussten. Meldungen über Verletzte gibt es nicht.
Erneut kam es infolge von Erdrutschen und Steinschlägen zu blockierten Straßen.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 22. November, 21:22 Uhr

Magnitude: 5,0

Tiefe: 5 km

Spürbar: Ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: Ja

Opfer erwartet: Unwahrscheinlich

Ursprung: Tektonisch

Tsunami-Gefahr: Nein

Epizentrum:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen. Haben Sie dieses Erdbeben gespürt? Falls ja, teilen Sie uns dies bitte über das verlinkte Meldeformular oder per Kommentar mit. Ihre Meldung hilft uns dabei, unsere Berichterstattung und die Auswertung von Erdbeben zu verbessern. Vielen Dank.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 24. November, 22:49 Uhr

Magnitude: 5,0

Tiefe: 5 km

Spürbar: Ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: Ja

Opfer erwartet: Unwahrscheinlich

Ursprung: Tektonisch

Tsunami-Gefahr: Nein

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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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5 Kommentare

  1. Darueber hinaus sind solche starken Erdbeben durch Geothermie und Fracking ja auch aus anderen Ländern schon bekannt. Zum Beispiel gerade Kanada, USA und auch andere. Und auch die Tiefe des Erdbebenherdes den du hier angegeben hast mit ca 5. Kilometern spricht auch dafuer, dass es ein solches vom Menschen verursachtes Beben ist.

    So wurde zum Beispiel im Fall Poing durch Gutachten der Verdacht nahegelegt, dass die Geothermie an dem Beben schuld war:

    https://www.tz.de/muenchen/region/geothermie-in-poing-startet-wieder-obwohl-weitere-erdbeben-moeglich-sind-8769968.html

  2. hi Jens

    Also ich habe jetzt mal rumgeforscht und du glaubst ja nicht, auf was ich gestoßen bin. Dieses Beben um dass es hier geht war wohl kein natuerliches Beben, sondern vom Menschen gemacht! Denn kuerzlich ist nämich in Ayadin und Dinizli eines der größten Geothermie-Werke in der Tuerkei ans Netz gegangen!!

    http://www.geothermie.de/news-anzeigen/2017/08/23/strom-turkei-knackt-die-ein-gigawatt-marke.html

    Die zweite Anlage ist die sechste Ausbaustufe des Geothermiestandorts Efeler und trägt mit 22,6 MW zur gesamt installierten Leistung von 232,2 MW bei.“

    „Die zwei Kraftwerke in Denizli und Aydin erhöhen die installierte Leistung der Türkei auf insgesamt 1.005 MW. Nur die USA, die Philippinen und Indonesien haben noch eine größere installierte Leistung Türkei vorzuweisen.“

    Daher könnte dieses Beben höchstwarscheinlich vom Menschen verursacht worden sein und ist kein normales natuerliches Beben, Jens.

      1. hmm… Aber können sich solche Erdbebenwellen durch solche Kraftwerke nicht auch ueber lange Entfernungen fortbewegen?? Bei normalen Erdbeben ist dass doch auch so.

        liebe Grueße

        1. Kraftwerke lösen keine Erdbebenwellen aus. Falls du die Mikroseismizität meinst, die mit einem solchen Kraftwerk in der Regel einhergeht, dann ist diese viel zu schwach, um über Distanzen große Erdbeben zu triggern.

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