Am Tag der Erdbebenübung: Zwei starke Erdbeben erschüttern Guayaquil

Ecuador – Im dritten Jahr in Folge sollte an diesem Freitag (17. November) eine stadtweite Erdbebensimulation in der Ecuadorianischen Millionenstadt Guayaquil stattfinden. Unternehmen, Institute und Privatpersonen waren aufgerufen, an dem Tag ein Erdbeben mit Intensität VIII zu simulieren und das richtige Verhalten im Notfall einzuüben.

Wenige Stunden vor Beginn der Simulation kehrte jedoch die Realität ein: Mit Magnitude 5.2, so die Angaben des USGS, traf ein relativ starkes Erdbeben die Stadt. Das Epizentrum lag rund 35 Kilometer südöstlich vom Stadtzentrum in einem dünner besiedelten Teil der Region Guayas. Der Ecuadorianische Erdbebendienst schätzt das Beben mit Magnitude 6.2 stärker ein.

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Im gesamten Stadtgebiet waren die Erschütterungen stark zu spüren und haben tausende Menschen verängstigt. Viele Gebäude der Stadt wurden evakuiert. Dadurch kam es besonders im Stadtzentrum zu einem Verkehrschaos. In einigen Teilen der Stadt kam es zu lokalen Stromausfällen. Infolge der Panik während der Evakuierungen mussten mindestens 27 Menschen, darunter 24 Kinder, wegen Herz- und Atemwegsproblemen ärztlich behandelt werden. Verletzte hat es nicht gegeben. Zwei Gebäude in Vororten von Guayaquil erlitten aufgrund der Erschütterungen kleinere Schäden. Der Katastrophenschutz von Ecuador geht zur Zeit weiteren Notrufen nach.

Trotz des echten Erdbebens wurde die Übung wenig später erfolgreich durchgeführt. Der Bürgermeister von Guayaquil sprach von rund 1000 erfolgreich simulierten Szenarien und Evakuierungen im Stadtgebiet, was einer Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr entspricht. An einigen Orten waren die Übungen aufgrund realer Evakuierungen, Stromausfälle und Notrufe jedoch eingeschränkt.
Die Simulation von Intensität VIII entspricht der bei einem schweren Erdbeben an der Subduktionszone zu erwartenden Intensität in Guayaquil. Diese kann zu schweren Schäden an den meisten Gebäuden führen.

Update 18. November
Am späten Abend (Ortszeit) hat sich ein zweites Erdbeben nahe Guayaquil ereignet. Das Epizentrum lag erneut südlich der Stadt. Nach Angaben des ecuadorianischen Erdbebendienstes erreichte es Magnitude 5.8. Das United States Geological Survey gibt Magnitude 5.2 an. Der Erdbebenherd lag diesmal in deutlich geringerer Tiefe von 29 Kilometern, laut USGS, bzw. 8 Kilometern, nach Angaben der Ecuadorianischen Behörden.
Entsprechend waren die Erschütterungen in Guayaquil sowie in umliegenden Gemeinden deutlich stärker zu spüren als das erste Erdbeben.
Einige strukturelle Schäden infolge dieses Erdbebens wurden registriert, wie der Präsident von Ecuador via Twitter mitgeteilt hat. Unter anderem soll es beschädigte Gebäude auf der Insel Puná geben. Auch der Kanton Pasaje in der Nachbarprovinz El Oro ist betroffen. An mindestens einem Wohnhaus stürzte hier eine Mauer ein. Meldungen über Verletzte gibt es noch nicht. Der Katastrophenschutz überprüft die Situation zur Zeit.

Zeugenmeldungen
Guayaquil
17.11. Vormittags. Wir saßen gerade beim frühstück im wohnzimmer unseres hostels, als plötzlich der boden das vibrieren anfing. Die wände begannen zu wackeln und der besitzer lief aufgeregt aus der küche und berichtete von dem schwerern beben letztes jahr an der küste. Direkt danach gingen die sirenen der nahen schule an und man hörte kinder schreien. Wir empfanden es als nicht sehr gefährlich. Blieben zum essen sitzen,da es nach wenigen sekunden vorbei war. Auf den straßen waren ein paar menschen, jedoch war die situation harmlos. Schäden gab es in unserem bereich gar keine. (Intensität II)

Banos
Leichtes schwanken. Saß auf der toilette und habe erstmal nicht an ein erdbeben gedacht. (Intensität III)

Cuenca
Um 23.20 Uhr Ortszeit begann der Boden zu wackeln. Im Gegensatz zum Erdbeben heute Morgen (Epizentrum in Guayas, Stärke 6.2), das man nur anhand sehr leichtem Schwanken gespürt hat, konnte man dieses Beben sehr deutlich spüren. Einige Nachbarn gingen auch auf die Straße, um sich in Sicherheit zu bringen. Aber da nichts weiter passierte, gingen alle wieder zurück in ihre Häuser. Das Beben konnte man einige Sekunden spüren. Laut den Meldungen des Instituto Geofisico war es ein Beben der Stärke 5.2 mit Epizentrum nördlich von Machala, was näher an Cuenca liegt und wahrscheinlich darum auch deutlicher war. (Intensität III)

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 17. November, 14:40 Uhr

Magnitude: 5,2

Tiefe: 79 km

Spürbar: Ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: Ja

Opfer erwartet: Nein

Ursprung: Tektonisch

Tsunami-Gefahr: Nein

Epizentrum:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

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Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 18. November, 05:23 Uhr

Magnitude: 5.2

Tiefe: 29 Kilometer

Spürbar: Ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: Ja

Opfer erwartet: Nein

Ursprung: Tektonisch

Tsunami-Gefahr: Nein

Epizentrum:

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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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