Schweres Erdbeben erschüttert Tibet

China – In der Nacht von Freitag auf Samstag hat ein schweres Erdbeben die Grenzregion der autonomen Chinesischen Provinz Tibet und der Indischen Region Arunachal Pradesh getroffen. Nach Angaben des Geoforschungszentrum Potsdam erreichte das Erdbeben Magnitude 6.5. Der Chinesische Erdbebendienst gibt Magnitude 6.9 an. Das Epizentrum des Erdbebens lag in einer dünn besiedelten Region von Tibet nahe der Stadt Nyingchi, etwa 350 Kilometer östlich der Hauptstadt Lhasa. Die Erschütterungen waren auch in den Indischen Regionen Arunachal Pradesh und Assam teilweise stark zu spüren. Nach Zeugenangaben reichte das Schüttergebiet bis ins Ballungszentrum Guwahati-Dispur, dem Regierungssitz von Assam, 600 Kilometer südwestlich vom Epizentrum zu spüren.

Der Chinesische Katastrophenschutz hat nach dem Erdbeben die höchste Notfallstufe für die Region ausgerufen und entsprechende Hilfskräfte in die Region entsandt. Da die Region dünn besiedelt ist, sind bislang keine größeren Schäden gemeldet worden. Genaue Untersuchungen sind allerdings noch im Gange.
In zahlreichen Dörfern wurden durch die Erschütterungen Gebäude beschädigt, teilweise war jedes Haus betroffen. Mehrere Gebäude sind komplett zerstört worden. Stellenweise gab es kleinere Erdrutsche, die Schäden an Häusern und Straßen verursacht haben. Telekommunikation und Stromversorgung sind stellenweise unterbrochen. Mindestens zwei Menschen erlitten leichte Verletzungen. Eine Person wurde durch einen Steinschlag verletzt. Die andere stürzte während der Evakuierung und verletzte sich an der Hüfte. Beide werden ärztlich behandelt.
Von Lhasa aus werden per Helikopter Hilfsgüter in die teilweise sehr entlegenen Gebiete gesendet. Auch die Provinz Sichuan hat Unterstützung zugesagt.
Aus Arunachal Pradesh und und Assam werden zur Zeit keine Gebäudeschäden gemeldet. Jedoch waren die Erschütterungen an vielen Orten so deutlich, dass Bewohner in Panik ihre Häuser verlassen haben.
Mehrere Nachbeben wurden bereits registriert. Das stärkste erreichte Magnitude 5.0, nach Angaben des Chinesischen Erdbebendienstes.
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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 17. November, 23:34 Uhr

Magnitude: 6.5

Tiefe: 7 km

Spürbar: Ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: Ja

Opfer erwartet: Möglich

Ursprung: Tektonisch

Tsunami-Gefahr: Nein

Epizentrum:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

 

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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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