Tsunami-Warnung aufgehoben: Schweres Erdbeben im Westen der Karibik

Honduras – Ein schweres Erdbeben hat in der Nacht zu Mittwoch das westliche Karibische Meer getroffen. Nach Auswertungen des United States Geological Survey (USGS) erreichte das Erdbeben Magnitude 7.6. Das Epizentrum des Erdbebens wird im Meer zwischen Honduras und Kuba lokalisiert und liegt rund 200 Kilometer von der Küste entfernt.
Die Behörden haben infolge des Bebens eine Tsunami-Warnung für die umliegenden Inseln und Küsten herausgegeben. Die Warnung besteht zunächst für Kuba, Jamaika, Honduras, Belize und Nicaragua.  Auch die Kaiman-Inseln (Großbritannien) könnten betroffen sein. Gewarnt wird vor Wellen mit einer Höhe von bis zu einem Meter. Für die US-Gebiete Puerto Rico und die Virgin-Inseln wurde eine Tsunami-Advisory herausgegeben.
Entlang der Küsten des Golfes von Honduras waren die Erschütterungen des Bebens teils stark zu spüren. Besonders der Norden von Honduras sowie vorgelagerte Inseln scheinen betroffen. Hier muss mit Schäden zu rechnen sein. Wie schwer die Auswirkungen sind, hängt vor allem von der Ausbreitungsrichtung des Erdbebens ab.

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Das Erdbeben ereignete sich offenbar an einer großen Offshore-Transform-Störung, der sogenannten Swan Störung, die vom Grenzgebiet von Guatemala, Belize und Honduras nach Osten verläuft, und südlich der Kaiman-Inseln in die Walton-Störung übergeht.
Trotz horizontaler Verschiebung haben historische Erdbeben an dieser Störungszone häufig kleinere Tsunamis ausgelöst. Im Jahr 2009 hat ein Erdbeben der Stärke 7.3 an der Swan Störung vor der Küste von Belize einen bis zu vier Meter hohen Tsunami ausgelöst.

Update 05:20 Uhr
Honduranische Behörden haben die Bevölkerung aufgerufen, die Küsten des Landes für mindestens 12 Stunden zu meiden. Einige Orte wurden evakuiert. Bislang gibt es keine bestätigten Meldungen über einen beobachteten Tsunami. Erste Medien berichten, dass es in Küstennähe zu einigen Gebäudeschäden infolge des Erdbebens gekommen ist. Details dazu sind noch nicht bekannt.
Auch im Mexikanischen Bundesstaat Quintana Roo werden Vorbereitungen getroffen, um Anwohner vor einem möglichen Tsunami zu schützen. Das Erdbeben selbst war hier nur mit geringer Intensität zu spüren. Dennoch sind viele Anwohner aus Angst auf die Straßen gerannt.
Die Nachbebenaktivität ist bislang relativ gering. Nur ein Beben mit Magnitude 4.3 folgte bisher. Das Epizentrum lag 200 Kilometer westlich vom Hauptbeben, was darauf hindeutet, dass die Störungszone (überwiegend) Richtung Westen aufgebrochen ist. Dies dürfte das Gefahrenpotential des Erdbebens für Kuba, die Kaiman-Inseln und Jamaika minimieren.

Update 05:29 Uhr
In einem neuen Statement hat die US-Tsunamibehörde die Tsunami Advisory für Puerto Rico und die Virgin Inseln aufgehoben. Für Honduras, Belize, Jamaika, Mexiko und Kuba besteht die Warnung weiterhin. An der Küste der Kaiman-Inseln (George Town) sind die ersten kleineren Wellen mit einer Höhe von bis zu 19 Zentimetern gemessen worden. Währenddessen gibt es von mehreren Orten im Golf von Honduras Berichte über Wasser, das sich von den Küsten zurückzieht.

Update 05:57 Uhr
Die Tsunami-Warnung wurde für alle betroffenen Länder aufgehoben. Weiterhin bestehe aber das Risiko kleinerer Wellen, besonders an den Küsten von Honduras und Belize, von denen allerdings nicht erwartet wird, dass die gefährlich werden können.

Update 06:12 Uhr
Trotz der Aufhebung der Tsunami-Warnung sind noch immer viele Menschen wegen einer möglichen Bedrohung besorgt. Lokale Behörden empfehlen weiterhin, die Küsten zu meiden. Evakuierungszentren, die in der Regel bei Hurrikans genutzt werden, sind weiter geöffnet.
Weiterhin gibt es keine detaillierten Meldungen über mögliche Schäden, außer Meldungen über Risse in zahlreichen Gebäuden. Die Nachbebenaktivität ist noch immer gering. Bisherige Beben waren alle schwächer als Magnitude 5. Mit Nachbeben über Magnitude 6 ist in den kommenden Wochen zu rechnen. Gerade im Westen der Bruchzone muss mit stärkeren Nachbeben gerechnet werden. In dem Fall könnten auch Honduras und Belize gefährdet sein.

Update 07:25 Uhr

wird fortgesetzt…

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 03:51 Uhr

Magnitude: 7.6

Tiefe:

Spürbar: ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: unwahrscheinlich

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: Aufgehoben: Kuba, Jamaika, Honduras, Belize, Mexiko und Nicaragua

Epizentrum:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.
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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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