Seltenes Erdbeben in Madagaskar

Der Süden von Madagaskar wurde in der vergangenen Nacht um 0.37 Uhr MEZ von einem ungewöhnlich starken Erdbeben getroffen. Laut USGS hatte das Erdbeben Stärke 5,3 und eine Tiefe von 14 Kilometern. Das Epizentrum lag 7 Kilometer vor der Küste und 28 Kilometer südlich der Stadt Toliara mit 115.000 Einwohnern.
Die ShakeMap, die vom USGS für dieses ungewöhnliche Erdbeben berechnet wurde, ergibt Intensität VI für die nächsten Küstenabschnitte und Intensität V für Toliara. Bei einem Land wie Madagaskar dürften diese Werte einige Schäden verursachen. Allerdings gibt es keine Werte zum Vergleich. Es ist in Madagaskar kein Erdbeben bekannt, das Schäden verursacht hat. M 5,3 ist allgemein eines der stärksten, die das Land je erschüttert haben. In der Hauptstadt Antananarivo war das Beben nicht spürbar.
Als geologischen Hintergrund für dieses Erdbeben kann eine Verwerfung gesehen werden, die sich von Sansibar (Tansania) durch den Indischen Ozean bis in den Süden von Madagaskar zieht, dort wo das Epizentrum des Bebens lag. Wenn es Informationen über Schäden gibt, werden wir updaten.

Update 28. Januar:
Die Madagaskanischen (?) Zeitungen sind nicht die schnellsten. Aber immerhin wissen wir jetzt ein bisschen mehr über das Erdbeben. Es war in einem Radius von 175 Kilometern um das Epizentrum spürbar und verursachte große Panik in Toliara und anderen Städten. Es gab leichte Schäden an Gebäuden, unter anderem zerstörte Fenster. Wichtige Gebäude blieben unbeschädigt. Es liegen leider keine Informationen über den genauen Zustand der anderen Gebäude vor.
Zum Glück wurde niemand verletzt.
Beim Erdbeben, so berichten Zeugen, dachten viele an einen Angriff von Rebellen. Ich kenne die politische Lage im Land nicht, aber ich denke es werden sich viele gefreut haben, dass es „nur“ ein Erdbeben war. Wie auch immer die „unwichtigen“ und weniger stabilen Häuser in Toliara aussehen. Dass es darüber keine Informationen gibt sagt ja auch schon viel aus.

The following two tabs change content below.
Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

Neueste Artikel von Jens Skapski (alle ansehen)