Vogtland: Beginn eines großen Erdbebenschwarmes

Was das EMSC durch die Listung einiger Beben um Magnitude 2 bereits angedeutet hat, belegt das Seismogramm der Tschechischen Seismologiebehörde: Im Vogtland hat ein Erdbebenschwarm begonnen, vermutlich der größte des Jahres!

Die vom EMSC registrierten Erdbeben hatten Magnitude 2,1 (0.45 Uhr MESZ); 2,0 (2.18 Uhr) und 2,4 (2.28 Uhr). (Diese Erdbeben sind im Seismogramm blau markiert.) Der Erdbebendienst Bayern hat zudem weitere 12 Erdbeben zwischen Magnitude 0,7 und 1,2 in der Zeit von 20 Uhr bis 2 Uhr registriert. Jüngere Daten wurden noch nicht veröffentlicht.

Seismogramm 22.04.13

In den Seismogramm des Tschechischen (siehe Grafik) und des Bayerischen Erdbebendienstes sind aber noch deutlich mehr Erschütterungen erkennbar, möglicherweise (abhängig von der Nähe des Seismographen zum Epizentrum) auch stärkere. Die automatische Erdbebenerkennung des tschechischen Erdbebendienstes hat durch die Vielzahl von Ereignissen fälschlicherweise überall in Europa (u.a. Moldawien, Ukraine und mehrfach Deutschland) 3er bis 4er Erdbeben gelistet. Diese sind aber alle auf Erschütterungen im Vogtland zurückzuführen. Einzig das Erdbeben in Ungarn war echt und ist auch im Seismogramm deutlich erkennbar. (Rote Markierung)

Seismogramm 23.04.2013

Einige der Erdbeben im Vogtland waren mit Sicherheit für die Bevölkerung spürbar. Die Tiefe der Erdstöße lag bei rund 7 Kilometern.
In der letzten Stunden ist die Intensität des Schwarmes wieder zurückgegangen, die Zahl und Stärke der Erdbeben kann aber jederzeit wieder ansteigen. Daher sollten die Menschen in der Nähe des Epizentrums sich mental auf kommende Erdstöße einstellen. Eine Gefahr werden sie höchstwahrscheinlich nicht darstellen, da die Erdbeben (noch) nicht stark genug sind.

The following two tabs change content below.
Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

Neueste Artikel von Jens Skapski (alle ansehen)

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.