12. Dezember:
Im Südwesten von Liechtenstein an der Grenze zur Schweiz ereignete sich heute Nacht um 1.59 Uhr ein Erdbeben der Stärke 4,1, nach Angaben des Schweizer Erdbebendienstes. Das Epizentrum lag 9 Kilometer von Vaduz entfernt im Rheintal. Deutlich spürbar war das Erdbeben im weiten Teilen der östlichen Schweiz (v.a. St. Gallen, Glarus, etc), im Westen von Österreich (Vorarlberg) und möglicherweise vereinzelt in Süddeutschland (Raum Lindau).

Wie 20min.ch berichtet, traten in der Decke einer Wohnung in Sargans (Schweiz, 4 km südwestlich vom Epizentrum) kleine Risse auf.

Epizentrum

Große Erdbeben bei Liechtenstein sind selten, aber nicht ausgeschlossen, da das Rheintal oberhalb des Bodensees eine seismisch aktive Störungszone bildet. Eines der stärksten Erdbeben ereignete sich am 20. April 1796. Es wird auf Magnitude 5,1 geschätzt und war bis Basel spürbar. Kleinere Erdbeben, ähnlich wie das heutige sind deutlich häufiger. Teils traten diese auch schwarmartig auf, wie im Januar 1650, wo innerhalb von 6 Tagen mindestens 6 Erdbeben um Magnitude 4 passierten.

Update:
Um 7.02 Uhr kam es zu einem leichten Nachbeben mit Magnitude 2,1.

Update 16. Dezember:
Heute Morgen kam es nochmals zu eine Nachbeben, dieses hatte sogar Magnitude 2,5. Entsprechend war es von der Bevölkerung wahrnehmbar.

Von Jens Skapski

31 Jahre alt (geboren 1994), seit 2013 Betreiber von Erdbebennews (privates Projekt), seit 2024 Erdbebenauswerter beim Thüringer Seismologischen Netz an der Uni Jena (beruflich).