Serie leichter Erdbeben südlich von Oslo

Im südlichen Teil des Oslo-Fjords kam es gestern (1. April 2014) über den Tag verteilt zu einer Serie kleiner Erdbeben. Nach Angaben des Norwegischen Erdbebendienstes lagen die Epizentren der Beben nahe der Stadt Tönsberg am Westrand des Fjords, knapp 70 Kilometer südlich von Oslo.

11.47 Uhr M 1.9
12.25 Uhr M 1.5
14.07 Uhr M 1.4
14.35 Uhr M 2.0
17.06 Uhr M 1.5

Ein weiteres Erdbeben der Stärke 1.4 wurde um 16.48 Uhr an der Küste des Skagerrak, an der Schwedisch-Norwegischen Grenze registriert.

Informationen über Spürbarkeit dieser Beben liegen nicht vor. Erdbeben in dieser Region finden meist in Tiefen von 20 bis 30 Kilometern statt, so dass Ereignisse unter Magnitude 2 in der Regel nicht von Menschen wahrgenommen werden könnten.

Die Erdbeben ereigneten sich im Oslo-Graben, eine geologische Störungszone mit ehemals reger seismischer und vulkanischer Aktivität. In geologisch jüngeren Zeiträumen beschränkt sich die Aktivität auf gelegentliche Klein- und sehr seltene Starkbeben.

Im Jahr 1904 kam es zum stärksten bekannten Erdbeben im Oslograben. Es hatte, nach unterschiedlichen Schätzungen, Magnitude 5.4 bis 6.0 und verursachte schwere Schäden im Süden von Norwegen. In weiten Teilen Südskandinaviens, sowie im Norden von Deutschland und Polen wurde das Erdbeben wahrgenommen. Es gilt als das zweitstärkste Erdbeben in Südskandinavien nach dem Kattegat-Erdbeben (~M 5.6) im Jahr 1759 zwischen Dänemark und Schweden.

Oslo

 

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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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