Neuseeland: Zwei moderate Erdbeben nahe Wellington

Innerhalb weniger Stunden wurde die neuseeländische Hauptstadt Wellington, sowie der gesamte Süden der Nordinsel, von zwei moderaten Erdbeben erschüttert. Das erste gestern Abend um 21.46 Uhr MESZ erreichte nach Angaben der neuseeländischen Erdbebenwarte „GeoNet“ Magnitude 4.9 und fand in 32 Kilometern Tiefe statt. Lokalisiert wurde das Epizentrum im Süden der Nordinsel, 110 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt. An gleicher Stelle kam es Ende Januar diesen Jahres zu einem Beben der Stärke 6.2, dass zu Gebäudeschäden führte. Zeugen von dort melden überwiegend eine geringe Intensität (III – IV) mit einzelnen Ausreißern nach oben (V – VI), bedingt durch individuelle Wahrnehmungen.
Erdbeben Nummer 2 ereignete sich heute Morgen gegen 6 Uhr MESZ, laut GeoNet hatte dieses Magnitude 4.8 und fand in 40 Kilometern Tiefe statt. Dieses Epizentrum lag weiter westlich in der „Cook Straße“ vor der Küste der Nordinsel. Die Distanz zur Hauptstadt betrug auch in diesem Fall 110 Kilometer. Entsprechend ähnlich war die Intensität.
Beide Erdbeben sind auf die Subduktion der Pazifischen Platte unter die Indoaustralische Platte zurückzuführen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden keine Schäden gemeldet. Einige Bürger von Wellington und anderer Orte äußerten sich aber besorgt über das Auftreten zweiter Erdbeben innerhalb so kurzer Zeit.
Die Subduktionszone vor der Neuseeländischen Nordinsel gilt als einer der wenigen bekannten Orte auf der Welt, wo regelmäßig so genannte „Slow earthquakes“, also „Langsame Erdbeben“ auftreten. Dabei bewegt sich die subduzierende Platte innerhalb von Wochen kontinuierlich und setzt dabei die gleiche Energie frei, wie ein „ruckartig“ auftretendes Schwerbeben mit M 7. „Slow Earthquakes“ können nur mit hochempfindlichen Messinstrumenten nachgewiesen werden, für Menschen sind sie nicht spürbar.

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Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Juni 2019 lebt er in Karlsruhe und arbeitet im Bereich Katastrophenforschung.

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