Erdbebenschwarm im Vogtland

Luby (Tschechien) – Im Deutsch-Tschechischen Grenzgebiet kommt es seit einigen Tagen zu einem kleineren Erdbebenschwarm. Seit dem 24. Mai registrierten die tschechischen Behörden über 250 kleine Erdbeben, deren Epizentren östlich des Ortes Luby (deutscher Name: Schönbach) liegen. Damit liegt das Zentrum der Aktivität rund 10 Kilometer von den sächsischen Städten Markneukirchen und Bad Brambach entfernt.
Nach der Anzahl der Beben handelt es sich um den größten Erdbebensequenz im Vogtland seit 2014. Zu dieser Zeit kam es auch zu den letzten größeren Erdbeben mit knapp Magnitude vier jeweils am 24. Mai, 31. Mai und 3. August. Die damaligen Bebensequenzen sorgten für Aufsehen, da sie entgegen der üblichen Schwarmbebenaktivität im Vogtland aus einem Haupt- mit dutzenden Nachbeben bestanden haben.

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Alle Infos zu diesem Erdbebenschwarm im Live-Ticker

Der letzte große Erdbebenschwarm im Vogtland trat im Jahr 2011 auf, damals ebenfalls mit Beben bis Magnitude 4.
Erdbebenschwärme können mehrere Wochen andauern. Dabei wechseln sich Tage mit hoher Aktivität und Tage mit niedriger (oder garkeiner) Aktivität ab. Es kommt dabei nicht zwingend zu größeren spürbaren Erdbeben. Viele Schwärme bleiben schwach und enden abrupt. Jedoch ist eine genaue Vorhersage der Entwicklung nicht möglich.
Ursache der Erdbebenschwärme im Vogtland sind wahrscheinlich Gase und Fluide, die sich in mehreren Kilometern Tiefe durch das Gestein bewegen, so Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Aufzeichnungen über Erdbebenschwärme im Vogtland reichen Jahrhunderte zurück.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): seit 24. Mai

Magnitude: bis 1.5

Tiefe: ca 9 km

Spürbar: nein

Schäden erwartet: nein

Opfer erwartet: nein

Ursprung: hydrothermal/tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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Weitere Informationen zu Erdbeben in Deutschland:

Liste aktueller Erdbeben in Deutschland

Liste historischer Erdbeben in Deutschland

Liste der Erdbebendienste in Deutschland

In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

Relevante Links:
Tschechischer Erdbebendienst
Observatorium Collm
Thüringer Seismologisches Netz

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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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