Schwere Erdbebenserie nahe Neukaledonien

Ursprünglich erschienen am 19. November um 10:43 Uhr

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Frankreich / Vanuatu – Zum dritten Mal binnen weniger Wochen hat sich im Meer zwischen Vanuatu und dem Französischen Überseedepartement Neukaledonien ein schweres Erdbeben ereignet. Nach vorläufigen Angaben des United States Geological Survey (USGS) erreichte das Erdbeben Magnitude 6.3. Die Erschütterungen waren auf Neukaledonien deutlich zu spüren, ebenso im Süden von Vanuatu. Mit größeren Schäden ist allerdings nicht zu rechnen.
Bereits am 31. Oktober und 1. November haben zwei Beben mit Magnitude 6.8 und 6.6 die Region getroffen, allerdings ohne Schäden zu verursachen. Infolge der Erdbeben trafen jedoch kleine Tsunamis die Küsten von Vanuatu und Neukaledonien. Auch das aktuelle Erdbeben könnte einen kleinen ungefährlichen Tsunami auslösen.

Gerade bei Vanuatu kommt es häufig zu Sequenzen mehrerer Starkbeben, die sich über Wochen und Monate ziehen können. Die aktuelle Sequenz zeigt die Besonderheit, dass es sich um Erdbeben direkt an der Subduktionszone, sowie an nahe gelegenen Abschiebungen handelt.

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Update 16:17 Uhr
Ein zweites schweres Erdbeben hat sich am Nachmittag ereignet. Zunächst wird die Magnitude höher angegeben als beim ersten Erdbeben. Das USGS nennt Magnitude 6.6, das Geoforschungszentrum Potsdam Magnitude 6.5. Wie beim ersten Erdbeben lag das Epizentrum zwischen Vanuatu und Neukaledonien, die Erschütterungen waren ähnlich weit zu spüren.
Auch in diesem Fall besteht keine Gefahr von größeren Schäden, aber ein kleiner Tsunami ist möglich.

Update 20.11., 00:01 Uhr
Das dritte Beben in 24 Stunden und stärkste der gesamten Erdbebenserie hat die Region am späten Sonntagabend kurz vor Mitternacht getroffen. Mit Magnitude 7.0 wird das Erdbeben vom United States Geological Survey zunächst angegeben. Das Geoforschungszentrum Potsdam gibt Magnitude 6.9 an. Das Epizentrum des Erdbebens lag am Nordrand des bislang aktiven Bereiches. Daraus ergibt sich eine Nordwanderung der Erdbeben seit Sonntagvormittag.
Die Erschütterungen waren auf Neukaledonien sehr deutlich zu spüren. In diesem Fall sind leichte Schäden nicht auszuschließen. Auch die Tsunami-Gefahr ist erhöht.

Update 00:12 Uhr
Auf folgender Karte sind ausgewählte Erdbeben der letzten Tage eingetragen, inklusive der drei „Hauptbeben“ am Sonntag. Dabei zeigt sich deutlich, dass sich die seismische Aktivität nach Norden verlagert. Auffällig: Alle Erdbeben gehen auf Abschiebungen auf der Vorderseite der Subduktionszone zurück. Das korrespondierende Segment der Subduktionszone hat selbst seit knapp 100 Jahren kein großes Erdbeben mehr hervorgebracht. Entsprechend ist dort die Erdbebengefahr zur Zeit stark erhöht.
Ähnliche Erdbebensequenzen sind in der Vergangenheit oft gemeinsam mit Slow Slip Events aufgetreten, also aseismischer Plattenbewegung entlang großer Störungszonen.

Update 00:32 Uhr
Infolge des neuesten Erdbebens wurde für Neukaledonien eine Tsunami-Warnung herausgegeben. Mit Wellen bis zu einer Höhe von einem Meter sei zu rechnen. Erste Messungen ergaben eine Wellenhöhe von bis zu 25 Zentimetern. In den meisten Fällen ist die erste Welle aber nicht die höchste. Dennoch dürfte wenig Gefahr von einem Tsunami ausgehen.

Update 01:06 Uhr
Inzwischen haben eine zweite und dritte Welle die Küsten von Neukaledonien getroffen. Dabei wurde mit 37 Zentimetern der bisherige Höchststand gemessen. Eine weitere Tsunami-Gefahr bestehe aber nicht mehr.
Vorsorglich waren nach dem Ausrufen der Tsunami-Warnung die Bewohner der östlichsten Insel Mare aufgerufen worden, Küstenabschnitte zu evakuieren.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): seit 19. November, 10:25 Uhr

Magnitude: bis 7.0

Tiefe: 25 km

Spürbar: Ja

Schäden erwartet: Nein

Opfer erwartet: Nein

Ursprung: Tektonisch

Tsunami-Gefahr:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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