Erdbebenschwarm auf Sao Miguel

Portugal – Auf der Azoren-Insel Sao Miguel hat in der vergangenen Nacht ein Erdbebenschwarm begonnen. Bereits in den ersten Stunden registrierte der portugiesische Erdbebendienst über 130 Erdbeben, deren Epizentren überwiegend entlang einer Nord-Süd verlaufenden Störung um Zentrum der Insel lokalisiert wurden. Damit liegen die Epizentren zwischen den Vulkankomplexen Agua de Pau und Furnas.
Das stärkste Beben des Schwarmes wurde um 06:04 Uhr MEZ mit Magnitude 3.2 registriert. Diese waren in umliegenden Orten deutlich zu spüren. Meldungen über Schäden gibt es bislang nicht. Die Inselhauptstadt Ponta Delgada war vom Erdbeben nicht betroffen.

Über den Ursprung der Erdbeben gibt es bislang keine Informationen. Auf den Azoren kommt es häufig zu scharmartiger seismischer Aktivität, die in den meisten Fällen nicht an vulkanische Aktivität gekoppelt ist. Behörden warnten, dass sich der Erdbebenschwarm in den kommenden Tagen fortsetzen wird und weitere spürbare Erdbeben möglich sind. Zuletzt bebte es um 08:18 Uhr MEZ mit Magnitude 3.1.

Update 09:09 Uhr
Der Katastrophenschutz teilte am Morgen mit, dass der Erdbebenschwarm höchstwahrscheinlich auf tektonische Prozesse zurückgeht und nicht durch vulkanische Aktivität ausgelöst wurde. Insgesamt seien bereits über 300 Erdbeben registriert worden, wovon die meisten aber nicht spürbar gewesen sind.

Update 12:02 Uhr
Auch am Vormittag dauert die Erdbebenaktivität weiter an, allerdings ist die Frequenz nun deutlich geringer. Insgesamt wurden bislang rund 20 Erdbeben von den Anwohnern verspürt. Schäden an Gebäuden sind weiterhin nicht bekannt. Das neueste Erdbeben um 11:28 Uhr erreichte Magnitude 2.7. Zuvor hat es ein Erdbeben der Stärke 3.6 ereignet, dessen Hypozentrum aber in größerer Tiefe gelegen hat (15 km).

wird fortgesetzt, sobald weitere Infos verfügbar sind…

Zeugenmeldungen
Furnas
12. Februar 2018, 2 a.m.
Wir wohnen zur Zeit in einem Ferienhaus, als wir durch ein Erdbeben in der Nacht aufgeweckt wurden. Die Schlafzimmertür bewegte sich, alles zitterte und die Hühner machten einen riesen Lärm draussen. Danach kam bis in die Morgenstunden immer wieder eine Erdbebenwelle. Die Erdbeben waren jedoch sehr kurz, sie dauerten nur einige Sekunden. (Intensität III)

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): seit 12. Februar

Magnitude: bis 3,2

Tiefe: ca. 5 km

Spürbar: ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: nein

Opfer erwartet: nein

Ursprung:

Tsunami-Gefahr: nein

Epizentrum:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.
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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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