Erneut schweres Erdbeben auf New Britain

Papua-Neuguinea – An manchen der kleineren Subduktionszonen in Südostasien und Ozeanien treten schwere Erdbeben gelegentlich schwarmartig aus, also mehrere schwere Erdbeben binnen weniger Wochen, manchmal innerhalb weniger Tage, wobei das stärkste Erdbeben nicht zwangsläufig zu Beginn auftritt. Eine solche Situation spielt sich auch gerade auf der Insel New Britain im Osten von Papua-Neuguinea ab. Nachdem in den vergangenen Tagen bereits Erdbeben mit Magnitude 6.3 und 6.6 aufgezeichnet wurden, folgte am Freitagmorgen (Ortszeit) das dritte und bislang stärkste Beben mit Magnitude 6.9. Wie die vorherigen ereignete es sich im Zentrum der Insel, etwa 150 Kilometer südwestlich von Rabaul.
Aufgrund der höheren Magnitude war das Erdbeben diesmal noch stärker zu spüren. Anwohner umliegender Dörfer sprechen von einem massiven Erdbeben, das über eine Minute angedauert hat. Es gibt zur Zeit noch keine bestätigten Meldungen über Schäden. Die lokalen Behörden haben Rettungskräfte in die sehr abgelegene und dünn besiedelte Region entsandt, um die Situation zu überprüfen. Wie RadioNZ berichtet, haben viele Bewohner während des Erdbebens ihre Häuser aus Angst vor Verletzungen verlassen. Es hat zahlreiche Nachbeben gegeben, das stärkste mit Magnitude 5.3, sodass die Situation weiterhin angespannt ist.
Zunächst wurde dieses Erdbeben vom United States Geological Survey (USGS) mit Magnitude 7.2 angegeben, was zu einer lokalen Tsunami-Warnung geführt hat, die mit Korrektur der Erdbebendaten aufgehoben wurde. Größere Wellen wurden an der Küste von New Britain nicht registriert.

Die Erdbeben auf New Britain gehen auf eine kleine Subduktionszone zurück, die sich vor der Südküste der Insel befindet und wo sich die Salomonensee-Platte unter die Süd-Bismark-Platte schiebt.
In den vergangenen Monaten haben mehrere schwere Erdbeben verschiedene Teile von Papua-Neuguinea getroffen. Besonders das Beben mit M7.5 im Zentrum der Hauptinsel Neuguinea hat Ende Februar zu verheerenden Schäden und Erdrutschen geführt, wodurch mehr als 145 Menschen ums Leben gekommen und 15.000 weitere verletzt worden sind. Ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Erdbeben besteht nicht.

Werbung
Werbung

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 29.03.2018, 23:25 Uhr

Magnitude: 6.9

Tiefe: 35 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: ja

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: aufgehoben

Wenn Ihnen unsere Webseite gefällt, können Sie diese Arbeit mit einer Spende unterstützen. Weitere Infos dazu.

In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

Haben Sie ein Erdbeben gespürt? Falls ja, teilen Sie uns dies bitte über das unten stehende Kontaktformular mit. Bitte geben Sie auch Zeitpunkt (Datum, Uhrzeit), sowie wenn möglich Intensität und mögliche Auswirkungen des Erdbebens (Schäden, etc.) an. Um doppelte Veröffentlichungen zu vermeiden, schicken Sie für jedes Erdbeben bitte maximal eine Meldung ab. Vielen Dank.
Ihre Persönlichen Daten werden nicht veröffentlicht.
Siehe auch: Warum sammeln wir Zeugenmeldungen? und: Wann werden Zeugenmeldungen veröffentlicht??

Ihr Name / Nickname*

Ort / Stadt, wo Sie das Erdbeben gespürt haben*

Ihre E-Mailadresse

Adresse, wo sie das Erdbeben verspürt haben

Intensität, EMS 98 geschätzt*

Beschreiben Sie Ihre Wahrnehmungen so ausführlich wie Sie möchten*

Sonstiges

Hinweis: Mit * markierte Felder müssen ausgefüllt werden

The following two tabs change content below.
Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.
Werbung