Kleine Erdbeben bei Straßburg

Frankreich – Nördlich von Straßburg und nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt haben sich in den vergangenen Stunden zwei kleine Erdbeben ereignet. Zunächst bebte es am späten Donnerstagnachmittag, wie der Erdbebendienst Südwest registrierte, mit Magnitude 0.8. In der Nacht um 3:58 Uhr folgte ein stärkeres Beben mit Magnitude 1.3. Der Erdbebendienst der Universität Straßburg gibt das zweite Beben mit Magnitude 2.0 an. Das Epizentrum der Erdbeben lag demnach nahe des Ortes La Wantzenau, 10 Kilometer vom Straßburger Stadtzentrum und nur vier Kilometer von der baden-württembergischen Gemeinde Honau (Rheinau) entfernt.
Bei den Erdbeben soll es sich nach Angaben der Universität Straßburg um induzierte Erdbeben handeln. Diese stehen im Zusammenhang mit einer Geothermie-Anlage auf dem Gebiet der ehemaligen Erdölraffinerie Reichstett, die sich westlich vom Epizentrum befindet. Dort wurde im Sommer 2017 mit dem Abteufen einer ersten Bohrung begonnen, um einen Grundwasserleiter in vier Kilometern Tiefe zu erschließen. Für diesen März sei der Beginn einer zweiten Bohrung geplant. Betriebsbeginn soll 2019 sein.
Der Herd der Erdbeben wird von der Universität Straßburg in vier Kilometern Tiefe lokalisiert. Der Erdbebendienst Südwest spricht von sechs bis sieben Kilometern Tiefe und einem tektonischen Erdbeben.

Meldungen über Spürbarkeit gibt es nicht. Beben dieser Stärke können in der unmittelbaren Umgebung vereinzelt zu spüren sein, richten aber keine Schäden an.

Update 12:13 Uhr
Die Universität Straßburg hat ein drittes Erdbeben um 04:20 Uhr registriert. Dieses erreichte demnach Magnitude 1.4.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

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Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 16. März, 03:58 Uhr

Magnitude: 1,3 / 2,0

Tiefe: 4 - 7 km

Spürbar: unwahrscheinlich

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: nein

Opfer erwartet: nein

Ursprung: induziert (Geothermie)?

Tsunami-Gefahr: nein

Epizentrum:

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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