Starkes Nachbeben in Kermanschah

Iran – Rund neun Monate nach dem schweren Erdbeben in der Iranischen Provinz Kermanschah, bei dem mehrere hundert Menschen ums Leben gekommen sind, hat ein starkes Nachbeben die Region getroffen. Das Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) gibt das Beben am Sonntagmittag (22.) zunächst mit Magnitude (Mw) 5.7 an. Nach Angaben Iranischer Behörden erreichte es Magnitude (ML) 5.9. Das Epizentrum des Bebens lag demnach südöstlich der Stadt Sarpol e-Zahab, nahe der Grenze zur Nachbarprovinz Ilam.
In weiten Teilen des Westiran sowie in benachbarten Regionen vom Irak waren die Erschütterungen deutlich zu spüren, unter anderem in der Irakischen Hauptstadt Bagdad, sowie in Kuwait. Rund um das Epizentrum war das Beben stark zu spüren. Es muss mit neuen schweren Schäden gerechnet werden.
Erst vergangenen Sonntag hat ein Nachbeben mit Magnitude 4.6 in Kermanschah Schäden verursacht und insgesamt fünf Menschen verletzt.
Das heutige Erdbeben war eines der stärksten der vergangenen Monate. Auswertungen des GFZ ergeben, dass es im Gegensatz zum Hauptbeben nicht an der Überschiebung aufgetreten ist, sondern an einer angrenzenden Blattverschiebung (strike-slip).

Update 12:55 Uhr
Nach dem Erdbeben im November sind viele der damals zerstörten Gebäude bereits rekonstruiert worden. Das heutige Erdbeben hat dem Wiederaufbau einen starken Dämpfer verpasst. Erste Berichte aus der Epizentralregion melden, dass viele Gebäude beschädigt oder zerstört wurden, darunter auch einige neu gebaute. Ebenfalls in der Irakischen Region Kurdistan soll es Gebäudeschäden gegeben haben. Durch die Erschütterungen, die selbst in entfernteren Orten noch stark waren, wurden einige Erdrutsche ausgelöst.
Infolge der Gebäudeschäden soll es zahlreiche Verletzte gegeben haben. Bestätigt sind bisher drei Personen, die in die Notaufnahme gebracht wurden.

Update 13:03 Uhr
Sarpol e-Zahab und umliegende Dörfer sind durch das neue Erdbeben schwer betroffen. Einige Gebäude in der Stadt seien eingestürzt. Besonders in den Dörfern sollen die Schäden weitreichend sein. Zur Zeit bestätigen die Behörden 25 Verletzte.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 12:07 Uhr

Magnitude: ML5.9, Mw5.7

Tiefe: 8 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: wahrscheinlich

Ursprung: tektonisch (Nachbeben)

Tsunami-Gefahr: nein

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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