Schweres Erdbeben vor Kamtschatka

Russland – Vor der Ostküste der Russischen Halbinsel Kamtschatka hat sich am Donnerstagabend ein sehr schweres Erdbeben ereignet. Vorläufige Auswertungen des United States Geological Survey (USGS) ergeben Magnitude 7.3. Ursprüngliche automatische, ungeprüfte Meldungen gaben zunächst M7.8 an. Demnach lag das Epizentrum des Erdbebens am Nordrand des Kamtschatka-Grabens im Übergang zum Aleuten-Bogens. Die private Webseite ALomax ermittelte zunächst nur Magnitude 7.1.
Das Pacific Tsunami Warning Center hat für die Küsten von Kamtschatka und die vorgelagerten Kommandeur-Inseln eine vorläufige Tsunami-Warnung herausgegeben.

Anzeige

Update 18:18 Uhr
Die Inseln rund um das Epizentrum des Erdbebens sind relativ dünn besiedelt. Auf den Kommandeur-Inseln leben lediglich rund 600 Menschen. Entsprechend ist nicht mit größeren Schäden infolge des Erdbebens zu rechnen.
Eine erste Auswertung des Herdmechanismus ergab, dass es sich wahrscheinlich um ein Erdbeben an einer Blattverschiebung (Strike-Slip) handelte. Dies reduziert die potentielle Tsunami-Gefahr erheblich. Die PTWC-Warnung bleibt aber zunächst bestehen.

Update 18:23 Uhr
Nach manueller Überprüfung hat das USGS die Magnitude erneut korrigiert und gibt nun Mw7.4 an. Zudem ergibt sich ein Herdmechanismus mit Strike-Slip- und Abschiebungskomponente (Oblique Reverse). Das heißt am Meeresboden könnte eine nicht unerhebliche vertikale Bewegung (zusätzlich zur horizontalen Verschiebung) stattgefunden haben, was eine Tsunami-Entstehung ermöglicht.
Die Herdtiefe des Bebens lag bei 11 Kilometern.

Anzeige

Update 18:35 Uhr
Um 18:19 Uhr folgte ein relativ starkes Nachbeben. Erste Auswertungen des Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) ergeben Magnitude 7.0, dürften aber nach manueller Überprüfung deutlich nach unten korrigiert werden.

Update 18:38 Uhr
Das GFZ hat das Nachbeben auf M5.6 deutlich nach unten korrigiert.

Update 18:56 Uhr
In einem neuen Statement des PTWC wird nun vor bis zu einem Meter hohen Wellen für die Kommandeur-Inseln und Kamtschatka gewarnt. Lokal kann diese Amplitude durch ortsspezifische Effekte auch überschritten werden.
Messbojen im Pazifischen Ozean haben die Entstehung eines Tsunamis bestätigt. Auf offener See wurde dabei eine Höhe von rund 20 cm gemessen.

Update 19:40 Uhr
Das PTWC hat die Tsunami-Warnung komplett aufgehoben.

Wird aktualisiert, sobald weitere Informationen vorliegen

Lage des Epizentrums


Größere Karte anzeigen

Anzeige

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 18:01 Uhr

Magnitude: 7.4

Tiefe: 11 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: unwahrscheinlich

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: Kamtschatka - aufgehoben

Wenn Ihnen unsere Webseite gefällt, können Sie diese Arbeit mit einer Spende unterstützen. Weitere Infos dazu.

In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

Haben Sie ein Erdbeben gespürt? Falls ja, teilen Sie uns dies bitte über das unten stehende Kontaktformular mit. Bitte geben Sie auch Zeitpunkt (Datum, Uhrzeit), sowie wenn möglich Intensität und mögliche Auswirkungen des Erdbebens (Schäden, etc.) an. Um doppelte Veröffentlichungen zu vermeiden, schicken Sie für jedes Erdbeben bitte maximal eine Meldung ab. Vielen Dank.
Ihre Persönlichen Daten werden nicht veröffentlicht.
Siehe auch: Warum sammeln wir Zeugenmeldungen? und: Wann werden Zeugenmeldungen veröffentlicht??

Ihr Name / Nickname*

Ort / Stadt, wo Sie das Erdbeben gespürt haben*

Ihre E-Mailadresse

Adresse, wo sie das Erdbeben verspürt haben

Intensität, EMS 98 geschätzt*

Beschreiben Sie Ihre Wahrnehmungen so ausführlich wie Sie möchten*

Sonstiges

Hinweis: Mit * markierte Felder müssen ausgefüllt werden

The following two tabs change content below.
Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

Neueste Artikel von Jens Skapski (alle ansehen)

Anzeige

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte Anmelden um zu kommentieren
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei