Tsunami-Warnung aufgehoben: Schwere Erdbeben vor Neukaledonien

Vanuatu – Vor der Küste des Inselstaates Vanuatu und des französischen Überseedepartments Neukaledonien hat sich am Mittwoch ein schweres Erdbeben ereignet. Es stellt das jüngste Ereignis der seit über einem Jahr andauernden Serie starker Erdbeben in dieser Region dar.
Nach Angaben des United States Geological Survey (USGS) ereignete sich das Erdbeben um 05:18 Uhr MEZ und erreichte Magnitude 7.5. Das Epizentrum lag demnach genau an der Subduktionszone, etwa 300 Kilometer östlich der neukaledonischen Hauptstadt Noumea.
Kurz zuvor hatte es bereits Vorbeben mit Magnitude 6.0 und 6.1 gegeben. Das bislang stärkste Nachbeben erreichte Magnitude 5.9.
Für die Küsten von Neukaledonien und Vanuatu hat das Pacific Tsunami Warning Center (PTWC) zunächst eine Warnung für potentiell gefährliche Tsunamis mit einer Höhe von 1 bis 3 Metern herausgegeben. Für die Fidschi-Inseln wurde vor Wellen bis zu einer Wellenhöhe von 30 Zentimetern gewarnt.

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An den Küsten von Neukaledonien und Vanuatu wurden mit einer Höhe von 38 bzw. 29 Zentimeter bereits erste Wellen registriert.

Infolge der Erdbebenserie der vergangenen zwei Jahre hat es mehrfach kleine Tsunamis gegeben.
Zuletzt ereignete sich im August ein Beben mit Magnitude 7.1. Zuvor wurde im November 2017 ein Beben mit Magnitude 7 registriert. Das heutige Beben ist damit das mit Abstand stärkste der Serie. Aufgrund der abgelegenen Lage weit vor der Küste muss jedoch nicht mit Erdbebenschäden gerechnet werden.

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Update 06:44 Uhr
Das PTWC hat folgende Wellenhöhen registriert (Stand: 6:30 Uhr)
Thio, Neukaledonien: 0.15m
Ouinne, Neukaledonien: 0.48m
Lifou, Neukaledonien: 0.29m
Mare, Neukaledonien: 0.43m
Lenakel, Vanuatu: 0.72m

Update 07:48 Uhr
Ein weiteres schweres Erdbeben um 07:43 Uhr setzt die Erdbebenserie fort. Nach vorläufigen Angaben des United States Geological Survey (USGS) erreichte das neue Beben Magnitude 7.0. Manuelle Auswertungen liegen noch nicht vor. Zuvor hatte es zahlreiche Nachbeben um Magnitude 4 gegeben.

Update 08:03 Uhr
Das USGS hat das zweite Erdbeben auf Magnitude 6.6 nach unten korrigiert. Tsunami-Gefahr besteht demnach nicht.

Update 08:17 Uhr
Das PTWC hat die Tsunami-Warnung, die seit dem ersten Beben gültig war, nun aufgehoben. Es wurde kein weiterer Tsunami detektiert. Die höchste gemessene Wellenhöhe beträgt 78 Zentimeter. Allerdings gab es im Süden Vanuatus laut Augenzeugenberichten mehrere größere Wellen, die weiter ins Landesinnere vorgedrungen sind. Meldungen über Schäden liegen nicht vor.

Update 10:47 Uhr
An der Küste von Neukaledonien erreichte der Tsunami eine Wellenhöhe von bis zu zwei Metern, wie lokale Behörden nach Aufhebung der Tsunami-Warnung mitteilten. Zuvor seien Bewohner küstennaher Orte evakuiert worden. Es gebe demnach keine Meldungen über Gebäudeschäden oder Opfer infolge des Tsunamis. Das Beben selbst sei nur schwach verspürt worden.
Auch auf den südlichen Inseln Vanuatus traf der Tsunami an die Küsten, ebenfalls ohne Schäden oder Opfer zu hinterlassen. Die Wellenhöhe war dort mit rund einem Meter niedriger.

Update 06.12., 08:09 Uhr
Durch den Tsunami sind auf einer Insel im Süden Vanuatus mehrere Gebäude zerstört worden. Die Welle sei dort, wie lokale Medien berichten, entlang des Mündungsbereichs eines Flusses rund 200 Meter ins Landesinnere vorgedrungen und habe dabei zwei Wohnhäuser und eine Schule zerstört. Weitere Gebäude wurden überschwemmt.
Die Menschen in dem betroffenen Ort hatten sich zuvor in höher gelegene Gebiete in Sicherheit gebracht, sodass niemand bei dem Vorfall verletzt wurde.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 05:18 Uhr

Magnitude: 7.5

Tiefe:

Spürbar: ja

Schäden erwartet: nein

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Warnung: Aufgehoben:  Vanuatu, Neukaledonien, Fidschi

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Lage des Epizentrums


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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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