Andauernder Erdbebenschwarm in Neuquen

Argentinien – Seit mehreren Monaten wird der kleine Ort Sauzal Bonito in der argentinischen Region Neuquen immer wieder von Erdbeben erschüttert. Im November 2018 begann die Aktivität in einer Region mit sonst vergleichsweise niedriger Erdbebentätigkeit. Mehrere Dutzend Beben folgten, viele von ihren verursachten bereits leichte Schäden an den Gebäuden der Stadt, obwohl sie mit Magnitude 3 bis 4 noch relativ schwach waren.
Am Morgen des 7. März kam es zum bisher mit Abstand stärksten Beben seit Beginn der Aktivität: Der Chilenische Erdbebendienst registrierte Magnitude 4.8. Das Epizentrum des Bebens lag, wie so oft in den letzten Monaten, nördlich von Sauzal Bonito. Selbst in der 90 km entfernten Regionalhauptstadt Neuquen waren die Erschütterungen diesmal noch zu spüren. In Sauzal Bonito selbst wurde Intensität VI registriert.

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Eine hohe Intensität, die nicht ohne Folgen blieb. Zahlreiche Gebäude des Ortes seien bei dem Beben beschädigt worden. Die Anwohner haben aus Angst ihre Häuser verlassen. Viele sollen die Nacht im Freien verbringen.
Offizielle Meldungen über die Auswirkungen des Bebens oder mögliche Verletzte liegen noch nicht vor.

Seit Beginn der Aktivität wird über die möglichen Ursachen spekuliert. Auffällig bei den Erdbeben ist die relativ geringe Herdtiefe, die zur hohen Intensität und damit zu Gebäudeschäden selbst bei niedrigen Magnituden führt. Nach dem bis dato stärksten Erdbeben Anfang Januar (M4.1) leiteten regionale Behörden Untersuchungen ein, ob die Förderung von Öl und Gas, die wenige Monate zuvor an einer großen Lagerstätte nördlich des Ortes ausgeweitet wurde, mit den Erdbeben zusammenhängen könnte. Auch das dabei angewendete Hydraulic Fracturing (Fracking) steht im Verdacht. Zu diesem Zwecke wurde ein Ausbau des seismologischen Überwachungsnetzes in der Region beschlossen.

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Mit Sicherheit festzustellen ist ein Zusammenhang nicht. Von ihren physikalischen Eigenschaften unterscheiden sich induzierte Erdbeben nicht von natürlichen Erdbeben. Auch die Stärke von induzierten Erdbeben wird durch tektonische Eigenschaften der Region bestimmt. Doch deuten die geringe Herdtiefe der Beben auf induzierte Erdbeben hin. Ob die Förderung selbst oder das Hydraulic Fracturing ursächlich ist, lässt sich mit vorliegenden Daten allerdings nicht abschätzen. Auch ein Zusammenhang mit den nahe gelegenen Cerros-Colorados-Stauseen lässt sich nicht ausschließen.

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 7. März, 06:10 Uhr

Magnitude: 4.8

Tiefe:

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: nein

Ursprung: wahrscheinlich induziert

Tsunami-Gefahr: nein

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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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