Schweres Erdbeben in Papua-Neuguinea

Papua-Neuguinea – Im Osten von Papua-Neuguinea hat sich in der vergangenen Nacht ein schweres Erdbeben ereignet. Das Epizentrum lag im Südosten der Hauptinsel Neuguinea, rund 60 Kilometer südwestlich der Stadt Lae in der Region Morobe. Nach Angaben des United States Geological Survey (USGS) erreichte das Erdbeben Magnitude 7.2 und ereignete sich in einer Herdtiefe von rund 125 Kilometern.
Im gesamten Staatsgebiet von Papua-Neuguinea einschließlich der 300 Kilometer entfernten Hauptstadt Port Moresby waren die Erschütterungen teils deutlich zu spüren. In Lae war das Erdbeben so stark, dass viele Menschen ihre Häuser verließen. Es gibt Meldungen über zahlreiche Inventarschäden in Supermärkten. Zudem kam es zu Stromausfällen aufgrund von brennenden Transformatoren. Meldungen über größere Schäden an Gebäuden liegen den Behörden zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht vor.

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Die Region rund um das Epizentrum im bergigen Hinterland der Insel ist dünner besiedelt. Rund 100.000 Menschen leben im Umkreis von 50 Kilometern. Auch dort war das Erdbeben sehr stark zu spüren. Da die meisten Siedlungen sehr abgelegen, oft innerhalb schmaler Täler im Regenwald liegen, gibt es von dort noch keine Meldungen über die Auswirkungen. Größere Schäden sind aufgrund der hohen Intensität des Bebens jedoch wahrscheinlich. Zudem sind Erdrutsche möglich.
Die Behörden von Papua-Neuguinea entsandten Rettungskräfte in die Region, um die Situation zu überprüfen.

Papua-Neuguinea befindet sich in einer Region, wo zahlreiche tektonische Mikroplatten aufeinander treffen. Es gibt mehrere kleine Subduktionszonen und andere große Störungszonen. Das heutige Erdbeben ereignete sich unterhalb der kontinentalen Kruste innerhalb eines subduzierten Plattensegments. Aufgrund der Herdtiefe von 100 Kilometern war die Intensität des Bebens ein wenig gedämpft, dafür waren die Erschütterungen aber verbreitet, sogar bis in den Norden des australischen Bundesstaates Queensland, zu spüren.

Im Februar 2018 führte ein flaches Beben der Stärke 7.5 im Westen der zentralen Gebirgskette zu massiven Schäden und Erdrutschen in der dünn besiedelten Region. Dabei kamen rund 150 Menschen ums Leben, zehntausende wurden obdachlos.

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Update 9. Mai, 20:28 Uhr
Das schwere Erdbeben in Papua-Neuguinea vor rund drei Tagen (M7.2) hat schwere Schäden verursacht, wie heute bekannt wurde. Allein im Dorf Labu-Butu an der Küste der Region Morobe wurden 130 Gebäude zerstört. Bodenverflüssigung und Erdrutsche verursachten weitere Zerstörungen. Zudem gibt es Meldungen über einen 30 Zentimeter hohen Tsunami, möglicherweise ausgelöst durch einen Hangrutsch.

Über mögliche Opfer oder Verletzte gibt es keine Informationen. Mehrere hundert Familien wurden bei dem Beben obdachlos.

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 6. Mai, 23:19 Uhr

Magnitude: 7.2

Tiefe: 127 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: ja

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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