Kräftiges Erdbeben in Polen – Todesopfer durch Grubenunglück

Polen – Erneut hat die Bergbauaktivität im Südwesten Polens zu einem kräftigen Erdbeben geführt. Nach vorläufigen Auswertungen des Geoforschungszentrums Potsdam ereignete sich das Beben um 20:41 Uhr und erreichte Magnitude 4.1. Andere Auswertungen ermittelten bis zu Magnitude 4.5. Das Epizentrum des Erdbebens lag nahe des Ortes Polkowice (Polkwitz), wo die Erschütterungen deutlich verspürt worden sind.
Infolge des dortigen Bergbaus kommt es in Polkowice immer wieder zu teils kräftigen Erdstößen, die häufig von unterirdischen Einstürzen begleitet sind und somit auch Bergarbeiter gefährden. Beben über Stärke 4 können zudem unter gewissen Bedingungen vereinzelt bis nach Sachsen verspürt werden.
Entsprechende Wahrnehmungsmeldungen aus Deutschland liegen uns noch nicht vor, ebenso gibt es noch keine Meldungen über mögliche Schäden.

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Zuletzt ereignete sich am 29. Januar ein kräftiges Beben mit Magnitude 4.6, das in Teilen von Sachsen schwach verspürt worden ist. Im betroffenen Bergwerk kam es dabei zu einem Grubenunglück, bei dem 15 Bergarbeiter verletzt wurden.
Erst vor wenigen Tagen führte ein schwächerer Gebirgsschlag in einem Bergwerk in Niederschlesien zu einem Unglück, bei dem drei Personen ums Leben kamen.

Update 22:52 Uhr
Ursprung des Erdbebens war das Bergwerk Rudna in Polkowice. Nach dem Ereignis begannen Rettungsarbeiten und Evakuierungsmaßnahmen im Bergwerk. Mehrere Menschen galten zunächst als vermisst. Bisher konnten drei Arbeiter verletzt gerettet werden. Ein vierter wurde geortet und konnte kontaktiert werden. Die Rettungsarbeiten dauern an.

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Update 10:25 Uhr
Das Grubenunglück im Bergwerk Rudna endete leider tödlich. Einer der Bergleute konnte nur noch tot geborgen werden. Fünf weitere wurden mit Verletzung in Krankenhäusern behandelt.

Wird aktualisiert, sobald weitere Infos vorliegen…

Lage des Epizentrums


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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 5. Juli, 20:41 Uhr

Magnitude: 4.1 bis 4.5

Tiefe: 1 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: möglich

Ursprung: induziert

Tsunami-Gefahr: nein

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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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