Erdbeben erschüttert Ungarn

Ungarn – Ein moderates Erdbeben hat in der Nacht zu Montag zahlreiche Menschen in den nordöstlichen Regionen Ungarns aus dem Schlaf gerissen. Wie das ungarische Seismologische Observatorium registrierte lag das Epizentrum rund 90 Kilometer östlich der Hauptstadt Budapest in der Region Heves. Das Erdbeben erreichte demnach Magnitude 4.1, der Herd lag in rund 12 Kilometern Tiefe.
Besonders in der Stadt Heves direkt am Epizentrum war das Erdbeben deutlich zu spüren. Viele Menschen erwachten aufgrund der Erschütterungen. In Sozialen Netzwerken berichten Anwohner von schwankenden Möbeln. Meldungen über Gebäudeschäden infolge des Bebens liegen noch nicht vor. Auch in den östlichen Teilen von Budapest sowie in grenznahen Orten der Slowakei war das Beben noch leicht zu spüren.

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Beben dieser Stärke in Ungarn führen häufig zu kleineren Schäden, da viele Gebäude nicht erdbebensicher gebaut sind. Größere Auswirkungen sind jedoch nicht zu erwarten.
Zuletzt kam es im März 2019 zu einem Beben der Stärke 4 im Westen von Ungarn, wobei mindestens zwei Gebäude geringe Schäden erlitten. Das heutige Beben ist das stärkste Erdbeben in Ungarn seit 2014.

Obwohl Ungarn insgesamt (so wie Deutschland) eine relativ niedrige Erdbebenaktivität aufweist, kommt es mehrmals im Jahr zu spürbaren, teils stärkeren Ereignissen. Dabei sind viele Regionen des Landes gleichermaßen betroffen, wobei die Schwerpunkte der Aktivität im Bereich des Plattensees sowie an der rumänischen Grenze liegen. Das stärkste Erdbeben der jüngeren Geschichte ereignete sich im Jahr 1763 westlich von Budapest und erreichte Magnitude 6.2. Über 40 Menschen kamen bei diesem Ereignis ums Leben. Noch stärker war ein historisch überliefertes Ereignis im Jahr 456, das in der Region Eisenburg an der österreichischen Grenze zahlreiche Orte zerstört haben soll. Dies stimmt mit Überlieferungen aus Süddeutschland überein, wonach Mitte des 5. Jahrhunderts verbreitet ein Erdbeben verspürt sein soll.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 12. August, 01:29 Uhr

Magnitude: 4.1

Tiefe: 12 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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