Fracking: Erdbeben erschüttert Blackpool

England – Bereits zweimal in den vergangenen Jahren kam es aufgrund von Hydraulic Fracturing (Fracking) in der englischen Stadt Blackpool zu spürbaren Erdbeben – bisher mit sehr niedriger Magnitude. Am Montag erschütterte jedoch das bisher stärkste dort registrierte induzierte Erdbeben die Region und schreckte viele Bewohner auf.
In ganz Blackpool und umliegenden Orten waren die Erschütterungen teilweise stark zu spüren, wie Anwohner auf Twitter berichteten. Kleinere Schäden an einigen Gebäuden nahe des Epizentrums sind aufgrund der Intensitätsbeschreibungen bisher nicht auszuschließen.

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Zunächst liegen noch keine Auswertungen zur Stärke des Bebens vor. In der Regel dauert die Auswertung solcher Beben einige Zeit, um präzise Daten zu garantieren. Der Erdbebenherd von früheren Beben lag in rund zwei Kilometern Tiefe, was der Grund für die relativ hohe Intensität der Beben trotz geringer Magnitude ist.

Update:
Die Britische Geologiebehörde ermittelte nach manueller Auswertung Magnitude 2.9.

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Bereits am Samstag wurde mit Magnitude 2.1 ein deutlich spürbares Beben verzeichnet. Auch in den Tagen zuvor kam es zu Mikrobeben, die gemäß den Regularien zu einer kurzzeitigen Unterbrechung des Betriebs führten.

Im Jahr 2011 kam es infolge des Hydraulic Fracturing bei Blackpool zu einem Beben der Stärke 2.3, welches dazu führte, dass in Großbritannien Hydraulic Fracturing für sieben Jahre ausgesetzt wurde. Erst 2018 wurde der Betrieb der Anlage in Blackpool wieder aufgenommen. Die dabei ausgelösten Mikrobeben blieben unter dem Schwellwert.
Die erneuten Arbeiten begannen vor rund zwei Wochen und waren von Protesten der Bevölkerung begleitet, da man neue Erdbeben befürchtete.

Beim Hydraulic Fracturing wird zur Erschließung von Erdgaslagerstätten unter hohem Druck eine Flüssigkeit ins Gestein gepumpt, um Risse zu erzeugen, durch die später das Erdgas einfacher gefördert werden kann. Dabei kommt es für gewöhnlich zu zahlreichen Mikrobeben, die in der Regel nicht wahrnehmbar sind. Durch den erhöhten Porenfluiddruck besteht jedoch das Risiko, dass umliegende Störungen durch die Arbeiten reaktiviert werden können und so auch spürbare Beben nicht ausgeschlossen sind.
Das bisher stärkste durch Hydraulic Fracturing ausgelöste Erdbeben ereignete sich 2018 in der Chinesischen Provinz Sichuan und erreichte Magnitude 4.9. Dabei kam es zu Schäden an über 10.000 Gebäuden – Schäden, die bei Beben dieser Stärke in der Region aber nicht unüblich sind.

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 26. August 2019, 09:30 Uhr

Magnitude: 2.9

Tiefe: 2 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: nein

Ursprung: induziert (Hydraulic Fracturing)

Tsunami-Gefahr: nein

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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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