Starkes Erdbeben nahe Reykjavik

Island – Begleitet von einem Aufleben der Schwarmbebenaktivität auf der Halbinsel Reykjanes hat am Donnerstagvormittag ein starkes Erdbeben den Südwesten von Island erschüttert. Nach Angaben der Isländischen Meteorologiebehörde erreichte das Erdbeben Magnitude 5.1. Das Epizentrum des Erdbebens lag nahe der Stadt Grindavik, rund 30 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Reykjavik, wo die Erschütterungen noch deutlich verspürt wurden. Da direkt am Epizentrum mit einer relativ hohen Intensität (VI) zu rechnen ist, sind kleinere Schäden in und um Grindavik nicht ausgeschlossen.

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Das Beben gehört zu einer seit Wochen andauernden Sequenz von Schwarmbeben, die teilweise auf die Intrusion von Magma unterhalb des Reykjanes-Vulkansystems (Mt. Thorbjörn) zurückzuführen sind. Zwischenzeitlich stuften isländische Behörden infolge der Aktivität den Vulkan auf Alarmstufe Gelb hoch, was inzwischen zurückgenommen wurde, da eine Eruption zunächst auszuschließen war.
Mit dem heutigen Beben hat die Aktivität einen neuen Höhepunkt erreicht. Bereits vor einigen Tagen setzte eine kurze Phase intensitver Schwarmbebenaktivität ein. Insgesamt 82 Erdbeben wurden in den letzten 48 Stunden auf der Reykjanes-Halbinsel registriert, die meisten davon in der letzten Stunde (Stand: 11:50 Uhr). Ob die jüngsten Erdbeben direkt auf neue Magmabewegung zurückzuführen sind, oder eine Folge der Deformation nach der ersten Intrusion sind, ist zur Zeit unklar.

Update 12:26 Uhr
Die Meteorologiebehörde hat das Beben auf Magnitude 5.2 nach oben korrigiert. Die Herdtiefe lag bei rund 9 Kilometern und das Epizentrum genau am Mt. Thorbjörn, wo zuletzt die magmatische Intrusion registriert wurde.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 12. März, 11:25 Uhr

Magnitude: 5.2

Tiefe: 9 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: unwahrscheinlich

Opfer erwartet: nein

Ursprung: vulkanotektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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Quellen (Erdbebendienste) zu allen Erdbebendaten

Quellen zu Erdbebenschäden sind in der jeweiligen "Earthquake Impact Database" aufgeführt.