Erdbebenschwarm im Norden von Island

Update 17:33 Uhr
Am Nachmittag lebte der Erdbebenschwarm nochmals deutlich auf: Mit Magnitude 5.5 ereignete sich nicht nur das mit Abstand größte Beben der bisherigen Aktivitätsphase, sondern auch das stärkste Erdbeben in Island seit mehreren Jahren. Wie bei den vorherigen Beben lag das Epizentrum einige Kilometer nördlich der Küste. Das Beben war in weiten Teilen von Nordisland zu spüren. Kleinere Schäden in nahe gelegenen Orten sind nicht auszuschließen.
Unmittelbar nach dem M5.5 kam es zu einigen Beben um Magnitude 4. Auch in den kommenden Stunden muss weiter mit hoher Aktivität gerechnet werden.

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Island – Etwa 400 überwiegend kleine Erdbeben haben in den letzten 48 Stunden den Norden von Island getroffen. Dieser Erdbebenschwarm ereignet sich an der Tjörnes Bruchzone, eine der seismisch aktivsten Regionen des Landes, etwa 70 Kilometer nördlich der Kleinstadt Akureyri. Nach Angaben der Isländischen Meteorologiebehörde kam es bislang zu 12 Erdbeben über Magnitude 3. Das stärkste davon in der vergangenen Nacht erreichte Magnitude 3.8. Diese größeren Beben wurden in den Dörfern an umliegenden Küsten schwach verspürt.

Erdbeben der letzten 48 Stunden (Kreise; Daten: IMO) und Intensitätsberechnung des stärksten Bebens

Erdbebenschwärme sind in Island, besonders an der Tjörnes Bruchzone, nicht ungewöhnlich. In den vergangenen Jahren kam es dort zu zahlreichen teils sehr intensiven Schwärmen mit Beben bis Magnitude 5. Da sich die Beben meist in mittlerer Distanz zur Küste ereignen, geht von ihnen keine Gefahr aus. Zudem ist die Küstenregion nur sehr dünn besiedelt. Erdbebenschwärme gehen dort in der Regel auf tektonische Prozesse im Zusammenhang mit dem Mittelatlantischen Rücken zurück und deuten keine vulkanische Aktivität an.
Es ist zu erwarten, dass der aktuelle Erdbebenschwarm noch einige Tage andauert, möglicherweise mit zunehmender Intensität.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): seit 19. Juni

Magnitude: bis 3.8

Tiefe: 7 bis 13 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: nein

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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Quellen (Erdbebendienste) zu allen Erdbebendaten

Quellen zu Erdbebenschäden sind in der jeweiligen "Earthquake Impact Database" aufgeführt.